Rosacea: Auslöser erkennen und richtig behandeln
Rosacea, auch Rosazea geschrieben, ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung mit Rötungen, sichtbaren Äderchen und Pusteln, meist in der Gesichtsmitte. Sie ist nicht ansteckend und verläuft oft in Schüben. Diese Seite erklärt Symptome und Auslöser, den Unterschied zur Akne, die rezeptpflichtigen Gele, Cremes und Tabletten und was zu tun ist, wenn die Augen mitbetroffen sind.
Symptome: woran Sie Rosacea erkennen
Die Beschwerden sind laut Gesundheitsportal vielfältig, entwickeln sich langsam oder in Schüben und müssen nicht alle auftreten. Typisch sind diese vier Gruppen von Veränderungen:
- Rötungen, vor allem in der Gesichtsmitte an Nase und Wangen, die anfallsartig als Flush auftreten, länger anhalten und im Verlauf bleiben können, dazu sichtbar erweiterte Äderchen
- entzündliche Knötchen und Pusteln, ebenfalls vor allem in der Gesichtsmitte
- Verdickungen und Vergrößerungen der Haut mit großen Poren, besonders an der Nase, wo eine knollenförmige Verdickung als Rhinophym bezeichnet wird
- Beschwerden an den Augen: sichtbare Äderchen am Lidrand, Tränen, Brennen, Jucken, Rötung, ein Fremdkörpergefühl oder Lichtempfindlichkeit
Wer betroffen ist und wo Rosacea auftritt
Rosacea zeigt sich an Nase, Wangen, Kinn und Stirn, seltener an Brust, oberem Rücken oder unbehaarter Kopfhaut. Die Haut kann zusätzlich trocken sein, brennen, schuppen und sehr empfindlich reagieren, und weil die Veränderungen im Gesicht sichtbar sind, kann die Erkrankung sehr belastend sein.
Frauen erkranken laut Gesundheitsportal häufiger als Männer, die knolligen Verdickungen betreffen dagegen überwiegend Männer. Oft beginnt die Erkrankung zwischen 30 und 50 Jahren. Warum Rosacea entsteht, ist nicht völlig geklärt; vermutet wird ein Zusammenspiel aus Störungen des Immunsystems, familiärer Veranlagung, einer veränderten Regulation der Blutgefäße, Entzündungsreaktionen auf Keime der Haut wie Demodex-Milben und UV-Licht.
Typische Auslöser
Bestimmte Reize können Rosacea auslösen oder verstärken. Sie sind individuell verschieden, und das Gesundheitsportal empfiehlt, sie mit einem Tagebuch herauszufinden. Häufig genannt werden:
- Hitze oder Kälte und UV-Licht
- heiße Getränke, Kaffee und Tee
- scharfe Gewürze und stark gewürzte Speisen
- Alkohol und Nikotin
- Kosmetika und Seifen
- körperliche Anstrengung und Stress
Rosacea oder Akne?
Beide Erkrankungen können Knötchen und Pusteln im Gesicht verursachen und werden deshalb verwechselt. Akne entsteht laut Gesundheitsportal aus verstopften Talgdrüsen, den Mitessern, die sich entzünden können; sie zeigt sich meist erstmals zwischen sieben und zwölf Jahren und klingt spätestens zwischen 20 und 30 Jahren in der Regel ab, kann aber auch im Erwachsenenalter bestehen bleiben. Bei der Rosacea stehen laut Gesundheitsportal Rötungen, Flush und erweiterte Äderchen in der Gesichtsmitte im Vordergrund, und der Beginn liegt oft zwischen 30 und 50 Jahren.
Die Unterscheidung ist wichtig, weil sich die Behandlung teilweise unterscheidet. Gestellt wird die Diagnose laut Gesundheitsportal anhand des Gesprächs über die Beschwerden und der Hautveränderungen; gegebenenfalls werden Erkrankungen mit ähnlichem Bild wie die Akne gezielt ausgeschlossen, und bei Augenbeschwerden kann eine augenärztliche Abklärung nötig sein. Mehr zur Akne lesen Sie im Ratgeber Akne.
Hautpflege und Alltag
Grundlage jeder Behandlung sind das Meiden der persönlichen Auslöser, eine sanfte Pflege und Reinigung sowie ein ausreichender Sonnenschutz. Gewaschen wird mit lauwarmem Wasser. Laut Gesundheitsportal sollten Sie auf Produkte verzichten, die die Haut reizen: Seifen, weil sie alkalisch sind, aggressive Wasch- und Reinigungsmittel, Gesichtswasser mit Menthol, Kampfer, Natriumlaurylsulfat oder zusammenziehenden Stoffen sowie wasserfeste Kosmetika. Bei trockener Haut helfen feuchtigkeitsbindende Produkte.
Gut verträgliche abdeckende Produkte, die sogenannte Camouflage, können sichtbare Rötungen überdecken. Rein kosmetische Behandlungen müssen laut Gesundheitsportal selbst bezahlt werden. Einen Überblick über weitere Hautbeschwerden gibt die Seite Haut.
Rezeptpflichtige Gele und Cremes
Bei leichteren Beschwerden mit Knötchen und Pusteln werden laut Gesundheitsportal spezielle Gele und Lotionen mit Metronidazol, Azelainsäure oder Ivermectin eingesetzt, oft über Wochen und Monate. Die im Arzneispezialitätenregister eingetragenen Präparate dieser Wirkstoffe zum Auftragen sind in Österreich rezeptpflichtig. Nach dem Abklingen kann eine Erhaltungstherapie folgen, weil die Beschwerden nach dem Absetzen wiederkommen können.
Metronidazol als Gel, etwa Rozex, wird laut Fachinformation zweimal täglich dünn auf die gereinigte Haut aufgetragen; eine Linderung einer mäßig ausgeprägten Rosacea wird nach dreiwöchiger Behandlung beobachtet, die durchschnittliche Behandlung dauert drei bis vier Monate. Während der Behandlung ist UV-Strahlung zu meiden, weil sie Metronidazol in eine unwirksame Form umwandelt und die Wirkung deutlich sinkt. Ivermectin als Creme, Soolantra, wird einmal täglich in erbsengroßen Mengen auf Stirn, Kinn, Nase und beide Wangen verteilt, bis zu vier Monate lang; zu Beginn ist eine vorübergehende Verschlechterung möglich, die laut Fachinformation meist innerhalb einer Woche abklingt. Azelainsäure als Gel, etwa Finacea oder Skinoren 15 % Gel, wird zweimal täglich angewendet; eine deutliche Besserung ist im Allgemeinen nach etwa vier Wochen zu verzeichnen. Wann ohne Besserung abgebrochen wird, ist in den Fachinformationen unterschiedlich geregelt: bei Finacea nach einem Monat, bei Skinoren 15 % Gel nach zwei Monaten.
Alle drei Wirkstoffe sollen nicht mit Augen und Schleimhäuten in Berührung kommen, und nach dem Auftragen werden die Hände gewaschen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen laut den Fachinformationen Brennen, Juckreiz, Hautreizungen und trockene Haut, bei Azelainsäure auch Schmerzen an der Anwendungsstelle. Welcher Wirkstoff passt, entscheidet der Arzt nach Ausprägung, Verträglichkeit und bisherigen Behandlungen.
| Wirkstoff und Präparat | Anwendung laut Fachinformation | Wann neu beurteilen |
|---|---|---|
| Metronidazol, Rozex Gel | zweimal täglich dünn auf die gereinigte Haut; bei über 70-Jährigen einmal täglich | Linderung nach drei Wochen beobachtet; ohne Besserung abbrechen |
| Ivermectin, Soolantra Creme | einmal täglich, bis zu vier Monate | ohne Besserung nach drei Monaten absetzen |
| Azelainsäure, Finacea Gel | zweimal täglich, etwa 0,5 g für das ganze Gesicht | ohne Besserung nach einem Monat oder bei Verschlechterung absetzen |
Tabletten und weitere Behandlungen
Reichen Pflege und äußerliche Behandlung nicht aus, werden laut Gesundheitsportal Medikamente zum Einnehmen verwendet, vor allem Doxycyclin, bei Bedarf auch zusammen mit einem Gel oder einer Creme. Für Erwachsene mit Rosacea im Gesicht zugelassen ist ORAYCEA mit 40 mg Doxycyclin in einer Kapsel mit veränderter Wirkstofffreisetzung. Laut Fachinformation erreicht diese Formulierung entzündungshemmende Blutspiegel unterhalb der antibakteriell wirksamen Schwelle; sie darf nicht zur Behandlung von Infektionen verwendet werden. Eingenommen wird eine Kapsel am Morgen auf leeren Magen, mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Essen, mit ausreichend Wasser in aufrechter Haltung. Nach sechs Wochen wird der Erfolg beurteilt. Gegenanzeigen sind unter anderem das zweite und dritte Schwangerschaftsdrittel, Kinder bis 12 Jahre und die gleichzeitige Einnahme von Retinoiden zum Einnehmen; während der Behandlung sind ausgedehnte Sonnenbäder und Solarien zu meiden.
Das Gesundheitsportal nennt bei stärkeren Beschwerden auch Isotretinoin. Zugelassen ist Isotretinoin in Österreich allerdings nur für schwere Akne, und wegen der fruchtschädigenden Wirkung gilt ein strenges Schwangerschaftsverhütungsprogramm; mehr auf der Seite Isotretinoin. Oberflächliche Äderchen lassen sich laut Gesundheitsportal mit Laser- oder Lichttherapie behandeln, und überschüssiges Gewebe an der Nase kann operativ oder mit bestimmten Lasertechniken entfernt werden.
Wenn die Augen mitbetroffen sind
Rosacea kann laut Gesundheitsportal Lidränder, Lider und Augen entzünden, etwa in Form von Gerstenkorn, Hagelkorn, Bindehautentzündung oder Hornhautentzündung. Wichtig ist eine gute Lidrandhygiene: ein warmes, feuchtes Handtuch auf die Lider legen und den Lidrand vorsichtig mit Wattestäbchen und speziellen Lösungen reinigen. Je nach Ausprägung kommen antibiotische Tropfen oder Augensalben und Tränenersatzmittel infrage.
Augenbeschwerden gehören in eine augenärztliche Ordination. Bei Schmerzen im Auge, verschwommenem Sehen oder starker Lichtempfindlichkeit sollte das rasch abgeklärt werden. ORAYCEA soll laut Fachinformation bei einer Beteiligung der Augen nicht angewendet werden; treten Augenbeschwerden während der Behandlung auf, wird es abgesetzt und an eine augenärztliche Ordination überwiesen.
Schwangerschaft und Stillzeit
In der Schwangerschaft unterscheiden sich die Wirkstoffe laut den Fachinformationen deutlich. Metronidazol als Gel ist im ersten Schwangerschaftsdrittel kontraindiziert und im zweiten und dritten nur einzusetzen, wenn andere Möglichkeiten keinen Erfolg bringen. Ivermectin als Creme wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen, Azelainsäure soll nur mit Vorsicht verschrieben werden, und Doxycyclin ist im zweiten und dritten Drittel kontraindiziert. In der Stillzeit gelten ebenfalls präparatbezogene Einschränkungen. Ob und womit in Schwangerschaft und Stillzeit behandelt wird, entscheidet deshalb der Arzt im Einzelfall.
Rezept online anfragen
Wurde Ihre Rosacea bereits ärztlich festgestellt und möchten Sie eine bewährte Behandlung mit einem Gel oder einer Creme fortsetzen, können Sie über die Seite Rezept online eine ärztliche Beurteilung anfragen. Im Fragebogen beschreiben Sie Ihre Beschwerden, die bisherige Behandlung und ihre Verträglichkeit, Vorerkrankungen, eine mögliche Schwangerschaft und alle Arzneimittel. Die Angaben beurteilt lek. Damian Wojno (Approbation Nr. 3211301), schriftlich, ohne Video, Telefonat oder Live-Chat; eine Bearbeitungsdauer sagen wir nicht zu.
Eine Erstdiagnose gehört in eine Ordination, und Isotretinoin verordnen wir nicht. Bei Beschwerden an den Augen und in der Schwangerschaft entscheidet der Arzt im Einzelfall, ob eine Verordnung möglich ist oder eine Untersuchung nötig ist. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Ihr Honorar gilt der ärztlichen Durchsicht Ihrer Angaben und nicht einem fertigen Rezept; gibt es medizinische oder rechtliche Gründe für ein Nein, überweisen wir es zurück. Für angeforderte Unterlagen haben Sie mindestens 7 Tage Zeit und erhalten eine Erinnerung, auf Ihren Wunsch kann die Frist verlängert werden, und lässt sich die Beurteilung dennoch nicht abschließen, schließen wir die Anfrage und erstatten das Honorar vollständig.
Hält der Arzt die Verordnung für vertretbar, bekommen Sie ein Privatrezept als PDF zugeschickt. Ob eine Apotheke es einlöst, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker im Einzelfall; die erste Abgabe muss nach § 4 Abs. 1 Rezeptpflichtgesetz spätestens einen Monat nach dem Ausstellungsdatum erfolgen. Das Arzneimittel bezahlen Sie selbst, und wir versenden keine Arzneimittel.
Ist Rosacea ansteckend?
Nein. Rosacea ist laut Gesundheitsportal eine chronische, entzündliche Hauterkrankung und nicht ansteckend. Sie entsteht vermutlich aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren, darunter Veranlagung, Gefäßregulation und Entzündungsreaktionen der Haut.
Welche Creme hilft bei Rosacea?
Bei Knötchen und Pusteln werden Gele und Cremes mit Metronidazol, Azelainsäure oder Ivermectin eingesetzt, etwa Rozex, Finacea, Skinoren 15 % Gel oder Soolantra. In Österreich sind diese Präparate rezeptpflichtig. Welcher Wirkstoff passt, hängt von Ausprägung, Verträglichkeit und einer möglichen Schwangerschaft ab.
Gibt es Rosacea-Cremes rezeptfrei?
Arzneimittel mit Metronidazol, Azelainsäure oder Ivermectin zum Auftragen sind in Österreich rezeptpflichtig. Ohne Rezept erhältlich sind milde Reinigungs- und Pflegeprodukte, Sonnenschutz und abdeckende Produkte, die die Behandlung unterstützen, aber keine dieser Wirkstoffe enthalten.
Wie lange dauert es, bis eine Rosacea-Creme wirkt?
Laut Fachinformation wird bei Metronidazol-Gel eine Linderung nach etwa drei Wochen beobachtet, bei Azelainsäure-Gel eine deutliche Besserung nach etwa vier Wochen. Ivermectin-Creme wird abgesetzt, wenn nach drei Monaten keine Besserung eingetreten ist. Die Behandlung dauert insgesamt oft mehrere Monate.
Ist Rosacea heilbar?
Rosacea ist eine chronische Erkrankung. Die Beschwerden lassen sich mit Pflege, dem Meiden von Auslösern und Medikamenten lindern, können nach dem Absetzen aber wiederkommen. Deshalb wird nach dem Abklingen häufig mit einem Gel oder einer Creme weiterbehandelt.
Was verschlimmert Rosacea?
Typische Auslöser sind Hitze und Kälte, UV-Licht, heiße Getränke, scharfe Speisen, Alkohol, Kaffee und Tee, Nikotin, körperliche Anstrengung, Stress sowie reizende Kosmetika und Seifen. Welche davon bei Ihnen eine Rolle spielen, zeigt am besten ein Tagebuch über einige Wochen.
- Rosazea: Ursachen und Behandlung (Gesundheitsportal gesundheit.gv.at)
- Akne: Ursachen, Symptome und Diagnose (Gesundheitsportal gesundheit.gv.at)
- Fachinformation Rozex Gel mit Metronidazol (BASG, Abschnitte 4.1 bis 4.8)
- Fachinformation Soolantra 10 mg/g Creme mit Ivermectin (BASG, Abschnitte 4.1 bis 4.8)
- Fachinformation Finacea 150 mg/g Gel mit Azelainsäure (BASG, Abschnitte 4.1 bis 4.8)
- Fachinformation ORAYCEA 40 mg Hartkapseln mit Doxycyclin (BASG, Abschnitte 4.1 bis 4.4)
- Fachinformation Skinoren 15 % Gel mit Azelainsäure (BASG, Abschnitte 4.1 und 4.2)