Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil: Wirkdauer und Unterschiede
Hier vergleichen Sie Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil nach Einnahme, Wirkdauer und Nebenwirkungen und können eine ärztliche Beurteilung anfragen. Alle drei gehören zur selben Wirkstoffgruppe und wirken nur bei sexueller Erregung. Sie unterscheiden sich darin, wie lange vorher man sie einnimmt und wie lange das Zeitfenster offen bleibt; welcher Wirkstoff passt, entscheidet der Arzt nach Ihren Angaben zu Herz, Blutdruck und anderen Medikamenten.
Was die drei Wirkstoffe verbindet
Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil sind sogenannte PDE-5-Hemmer. Sie bremsen ein Enzym im Schwellkörper des Penis, sodass sich die glatte Muskulatur bei sexueller Erregung leichter entspannt und mehr Blut einströmen kann. Eine Erektion entsteht dadurch nur, wenn Erregung vorhanden ist; von selbst löst keiner der drei Wirkstoffe eine Erektion aus, und die Lust steigern sie nicht.
In Österreich sind Präparate mit diesen Wirkstoffen rezeptpflichtig. Auch die Gegenanzeigen sind bei allen dreien im Kern dieselben, weil sie auf derselben Wirkung auf die Blutgefäße beruhen. Die Unterschiede liegen in der Einnahme vor dem Geschlechtsverkehr, in der Länge des Zeitfensters, im Einfluss einer Mahlzeit und in den typischen Nebenwirkungen.
Sildenafil und Vardenafil: Einnahme kurz vor dem Geschlechtsverkehr
Sildenafil, bekannt etwa als Viagra, wird laut Fachinformation bei Bedarf etwa eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen, höchstens einmal am Tag. Nach einer Mahlzeit kann die Wirkung später einsetzen als auf nüchternen Magen. In einer Studie ermöglichte Sildenafil auch vier bis fünf Stunden nach der Einnahme noch eine Erektion bei Erregung. Sehr häufig sind Kopfschmerzen; häufig sind unter anderem Gesichtsrötung, verstopfte Nase, Schwindel, Verdauungsbeschwerden und Sehstörungen wie ein Farbstich oder verschwommenes Sehen.
Vardenafil wird laut Fachinformation etwa 25 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen, ebenfalls höchstens einmal täglich; auch hier kann eine fettreiche Mahlzeit den Wirkungseintritt verzögern. Es hat einige Besonderheiten: Vardenafil kann die QT-Zeit im EKG leicht verlängern und soll deshalb bei einem angeborenen langen QT-Intervall oder zusammen mit bestimmten Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen möglichst vermieden werden. Bei einer Nierenerkrankung mit Dialyse ist es kontraindiziert, und mit Grapefruitsaft soll es nicht kombiniert werden.
Tadalafil: längeres Zeitfenster oder tägliche Einnahme
Tadalafil wird laut Fachinformation mindestens 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen, mit oder ohne Mahlzeit. In den Zulassungsstudien verbesserte es die Erektionsfähigkeit bis zu 36 Stunden nach der Einnahme. Gemeint ist nicht, dass die Erektion so lange anhält, sondern dass in diesem Zeitraum bei Erregung eine Erektion leichter möglich ist. Für manche Paare nimmt das den Zeitdruck, weil der Geschlechtsverkehr nicht genau geplant werden muss.
Als zweite Möglichkeit sieht die Fachinformation eine niedrig dosierte tägliche Einnahme vor, wenn Tadalafil voraussichtlich mindestens zweimal pro Woche gebraucht wird. Die Tablette wird dann etwa zur selben Tageszeit genommen, und ob die tägliche Einnahme weiter sinnvoll ist, wird regelmäßig überprüft. Typisch für Tadalafil sind neben Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden auch Rücken- und Muskelschmerzen. In niedriger Dosis ist der Wirkstoff außerdem für Beschwerden bei einer gutartig vergrößerten Prostata zugelassen.
Wie der Arzt den passenden Wirkstoff auswählt
Einen allgemein besten Wirkstoff gibt es nicht. Der Arzt richtet sich nach Ihren Angaben: wie oft und wie geplant Sie das Mittel brauchen, ob Sie schon einen PDE-5-Hemmer genommen und gut vertragen haben, welche Nebenwirkungen dabei aufgetreten sind und welche anderen Medikamente Sie dauerhaft einnehmen. Wer mit einem Wirkstoff gute Erfahrungen gemacht hat, bleibt meist am einfachsten dabei. Wer unter Sildenafil einen störenden Farbstich bemerkt hat oder unter Tadalafil Rückenschmerzen, schreibt das in den Fragebogen.
Gefragt wird außerdem nach Nitraten und Riociguat, nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall in den letzten sechs Monaten, nach instabiler Angina pectoris oder schwerer Herzschwäche, nach sehr niedrigem oder unbehandeltem hohem Blutdruck, nach Alphablockern wie Tamsulosin oder Doxazosin und nach einem plötzlichen Sehverlust auf einem Auge oder einer Retinitis pigmentosa. Bei Alphablockern beginnt eine Behandlung laut Fachinformation mit niedriger Dosis, und bestimmte Mittel gegen HIV- oder Pilzinfektionen bremsen den Abbau aller drei Wirkstoffe. Der Arzt kann nachfragen, Befunde anfordern, eine Untersuchung in einer Ordination empfehlen oder die Verordnung ablehnen.
Wann keiner der drei Wirkstoffe infrage kommt
Laut Fachinformation sind PDE-5-Hemmer kontraindiziert, wenn Sie Nitrate in irgendeiner Form anwenden, auch als Spray für den Notfall oder als sogenannte Poppers mit Amylnitrit, oder wenn Sie Riociguat einnehmen. Dasselbe gilt nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall in den letzten sechs Monaten, bei schwer eingeschränkter Leberfunktion, bei einem Blutdruck unter 90/50 mmHg, bei erblichen Netzhauterkrankungen wie Retinitis pigmentosa und nach einem plötzlichen Sehverlust auf einem Auge durch eine Durchblutungsstörung des Sehnervs (NAION). Das sind Gegenanzeigen und keine bloßen Vorsichtshinweise: Der Arzt stellt in diesen Fällen kein Rezept aus.
Bei instabiler Angina pectoris oder schwerer Herzschwäche ist schon die sexuelle Aktivität eine Belastung für das Herz; die Behandlung gehört dann in ein persönliches Gespräch mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt. Drei Warnzeichen gelten für jeden der drei Wirkstoffe: Hält eine Erektion länger als vier Stunden an, brauchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, weil sonst das Schwellkörpergewebe dauerhaft geschädigt werden kann. Bei einer plötzlichen Sehstörung oder einem plötzlichen Hörverlust setzen Sie das Mittel ab und lassen sich umgehend untersuchen. Bei Brustschmerz während des Geschlechtsverkehrs wählen Sie den Notruf 144.
Rezept, Apotheke und Kosten
Den Fragebogen füllen Sie schriftlich aus; ein Video, ein Telefonat oder einen Termin gibt es nicht. Beurteilt wird die Anfrage von lek. Damian Wojno (Approbation Nr. 3211301). Ist die Verordnung medizinisch vertretbar, erreicht Sie das Rezept als PDF per E-Mail; es gilt als Privatrezept. Ob es eingelöst wird, entscheidet die Apotheke vor Ort, und die erste Abgabe muss spätestens einen Monat nach dem Ausstellungsdatum erfolgen.
Das Arzneimittel bezahlen Sie in der Apotheke selbst. Behandlungen sexueller Funktionsstörungen gehören laut Gesundheitsportal nicht zur Leistungspflicht der Krankenversicherung, die Kosten werden nur in Einzelfällen übernommen. Wir verkaufen und versenden keine Arzneimittel.
Welcher Wirkstoff wirkt am längsten?
Tadalafil: In den Zulassungsstudien war die Erektionsfähigkeit bis zu 36 Stunden nach der Einnahme verbessert. Bei Sildenafil und Vardenafil umfasst das Zeitfenster einige Stunden. In allen Fällen braucht es sexuelle Erregung; eine Dauererektion ist damit nicht gemeint.
Darf ich zwei dieser Mittel kombinieren oder öfter einnehmen?
Nein. Laut Fachinformation werden PDE-5-Hemmer weder untereinander noch mit anderen Behandlungen gegen Erektionsstörungen kombiniert, weil Sicherheit und Wirksamkeit solcher Kombinationen nicht untersucht sind. Bei Einnahme nach Bedarf gilt höchstens eine Dosis am Tag.
Spielt das Essen eine Rolle?
Bei Sildenafil und Vardenafil kann eine Mahlzeit, vor allem eine fettreiche, den Wirkungseintritt verzögern. Tadalafil kann laut Fachinformation mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden.
Kann ich von einem Wirkstoff zu einem anderen wechseln?
Das ist möglich, etwa wenn der bisherige Wirkstoff nicht ausreichend gewirkt hat oder schlecht vertragen wurde. Beschreiben Sie im Fragebogen, was Sie bisher genommen haben, in welcher Stärke und mit welchem Ergebnis. Die Entscheidung trifft der Arzt; einen Anspruch auf einen bestimmten Wirkstoff gibt es nicht.
Passt der Fragebogen auch bei einer erstmals aufgetretenen Erektionsstörung?
Wurden die Beschwerden noch nie ärztlich eingeordnet, ist eine Abklärung in einer Ordination der bessere erste Schritt. Laut Fachinformation stehen vor der Behandlung eine Anamnese und eine körperliche Untersuchung, und hinter einer Erektionsstörung können Ursachen wie Diabetes oder Gefäßerkrankungen stecken. Der Arzt kann in einem solchen Fall statt eines Rezepts eine Untersuchung empfehlen.