Antibabypille: Wirkung, Einnahmebeginn und Nebenwirkungen

Die Kombinationspille, oft einfach Antibabypille genannt, enthält ein Östrogen und ein Gestagen und hemmt unter anderem den Eisprung. Diese Seite erklärt, ab welchem Tag der Schutz beginnt, welche Nebenwirkungen in den Fachinformationen als häufig gelten, wie hoch das Thromboserisiko ist und wann die Pille nicht passt. Alle Kombinationspillen sind in Österreich rezeptpflichtig.

Wie die Kombinationspille wirkt

Kombinationspillen enthalten zwei Hormone: ein Östrogen, meist Ethinylestradiol, und ein Gestagen wie Levonorgestrel, Dienogest oder Drospirenon. Laut gesundheit.gv.at wirken sie auf drei Wegen: Sie unterdrücken den Eisprung, sie machen den Schleim im Gebärmutterhals dicker, sodass Spermien schwerer in die Gebärmutter gelangen, und sie verhindern den monatlichen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Als wichtigste Faktoren nennt die Fachinformation von Yasmin die Hemmung des Eisprungs und die Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut.

Viele Präparate werden 21 Tage lang eingenommen, danach folgt eine Pause von sieben Tagen, in der meist eine Blutung einsetzt. Die Fachinformationen nennen sie Abbruch- oder Entzugsblutung, weil sie durch den Wegfall der Hormone in der Pause ausgelöst wird. Laut gesundheit.gv.at besteht der Schutz auch in dieser Pause; die Fachinformationen betonen, dass sie nie länger als sieben Tage dauern darf. Daneben gibt es Packungen mit wirkstofffreien Tabletten, die ohne Unterbrechung genommen werden, und Mehrphasenpillen, bei denen die Hormonmenge innerhalb der Packung wechselt. Eine Einnahme über Monate ohne Pause, der sogenannte Langzyklus, ist nur mit dafür zugelassenen Pillen und nach ärztlicher Entscheidung vorgesehen.

Ab wann die Pille schützt

Entscheidend ist der Tag, an dem Sie beginnen. Wer am ersten Tag der Regelblutung startet, braucht laut den Fachinformationen keine zusätzliche Verhütung; zusätzlichen Schutz verlangen sie erst bei einem späteren Beginn. Manche Präparate, etwa Madonella, erlauben einen Start am zweiten bis fünften Zyklustag. Dann empfiehlt die Fachinformation für die ersten sieben Tage zusätzlich eine Barrieremethode wie ein Kondom. Bei jedem Beginn muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein.

Beim Wechsel von einem anderen Verhütungsmittel hängt der Starttag von der bisherigen Methode ab. Die Übersicht folgt der Fachinformation von Yasmin. Einzelne Präparate weichen ab: Qlaira verlangt nach einer Minipille, einem Implantat oder einer Hormonspirale neun statt sieben Tage zusätzlichen Schutz. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

AusgangslageBeginn der KombinationspilleZusätzlicher Schutz
Keine hormonelle Verhütung im Vormonat1. Tag der Regelblutungnicht vorgesehen
Start an Tag 2 bis 5 (nur wenn das Präparat es erlaubt)Tag 2 bis 5 des Zyklus7 Tage Barrieremethode
Wechsel von einer anderen Kombinationspilleam Tag nach der letzten wirkstoffhaltigen Tablette, spätestens am Tag nach der üblichen Pausein der Fachinformation nicht genannt
Wechsel von Vaginalring oder Pflasteram Tag der Entfernung, spätestens wenn die nächste Anwendung fällig wärein der Fachinformation nicht genannt
Wechsel von einer Minipillean jedem beliebigen Tag7 Tage Barrieremethode
Wechsel von Implantat oder Hormonspiraleam Tag der Entfernung7 Tage Barrieremethode

Nebenwirkungen: was häufig ist und was sich legt

Nebenwirkungen zeigen sich laut gesundheit.gv.at vor allem in den ersten Monaten. In der Fachinformation von Yasmin gelten als häufig, also bei 1 bis 10 von 100 Anwenderinnen: depressive Verstimmung, Kopfschmerzen, Migräne, Übelkeit, Menstruationsstörungen und Zwischenblutungen, Brustschmerzen und Spannungsgefühl in der Brust, vaginaler Ausfluss und Scheidenpilz. Gelegentlich beschrieben sind unter anderem eine veränderte Libido, Bluthochdruck, Akne, Haarausfall, Flüssigkeitseinlagerungen sowie Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme. Andere Präparate haben ähnliche, aber nicht identische Listen.

Schmier- und Durchbruchblutungen sind am Anfang verbreitet. Die Fachinformation rät, sie erst nach etwa drei Zyklen zu bewerten; halten sie an oder treten sie nach bisher regelmäßigen Zyklen neu auf, müssen andere Ursachen abgeklärt werden. Der Blutdruck kann unter der Pille leicht steigen; laut gesundheit.gv.at geht er nach dem Absetzen wieder zurück, wenn die Pille die Ursache war.

Ernst zu nehmen sind Stimmungsveränderungen. Depressive Verstimmungen sind eine bekannte Nebenwirkung hormoneller Verhütung, und Depressionen können schwer verlaufen. Die Fachinformation empfiehlt, sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Symptomen an einen Arzt zu wenden, auch wenn sie kurz nach Beginn auftreten. In einer akuten Krise ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142 erreichbar.

Thromboserisiko: Zahlen und Warnzeichen

Jede kombinierte hormonelle Verhütung erhöht das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Vene (venöse Thromboembolie, VTE). Wie stark, hängt vom Gestagen ab. Die Fachinformationen nennen die Schätzungen in der Tabelle; in allen Fällen liegt die Zahl unter der in einer Schwangerschaft oder nach einer Geburt. 1 bis 2 Prozent der VTE verlaufen tödlich.

Am höchsten ist das Risiko laut Fachinformation im ersten Anwendungsjahr; außerdem gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko, wenn eine Kombinationspille nach einer Unterbrechung von vier Wochen oder mehr wieder begonnen wird. Es steigt mit Übergewicht (Body-Mass-Index über 30), längerer Bettlägerigkeit, Operationen, Thrombosen bei Eltern oder Geschwistern in jungen Jahren und mit dem Alter, besonders über 35. Für Gefäßverschlüsse in Arterien, also Herzinfarkt und Schlaganfall, kommen Rauchen, Bluthochdruck und Migräne hinzu. Frauen über 35, die weiterhin rauchen, wird laut Fachinformation dringend eine andere Verhütungsmethode empfohlen.

Warnzeichen sind eine einseitige Schwellung oder Schmerzen im Bein, plötzliche Atemnot, stechende Brustschmerzen, Bluthusten, Taubheit oder Schwäche einer Körperseite, plötzliche Seh- oder Sprachstörungen und plötzliche, schwere Kopfschmerzen ohne bekannte Ursache. Rufen Sie dann die Rettung unter 144 und sagen Sie, dass Sie eine hormonelle Verhütung anwenden.

SituationVTE pro 10.000 Frauen und JahrQuelle
Ohne kombinierte hormonelle Verhütung, nicht schwangeretwa 2Fachinformation Yasmin
Pille mit Levonorgestrel (z. B. Madonella)etwa 5 bis 7Fachinformation Madonella
Pille mit Dienogest (z. B. Larissa Gynial)etwa 8 bis 11Fachinformation Larissa Gynial
Pille mit Drospirenon (z. B. Yasmin)etwa 9 bis 12Fachinformation Yasmin

Wann die Pille nicht infrage kommt

Die Fachinformationen nennen Situationen, in denen eine Kombinationspille nicht angewendet werden darf. Tritt eine davon während der Einnahme erstmals auf, ist die Pille abzusetzen. Stillenden Frauen raten sie außerdem meist, bis zum Abstillen keine Kombinationspille zu nehmen, weil sie die Milchmenge verringern kann; laut gesundheit.gv.at kommt in der Stillzeit eine Pille ohne Östrogen infrage.

Die Gegenanzeigen im Überblick:

  • eine Thrombose oder Lungenembolie, jetzt oder früher, oder eine bekannte Gerinnungsneigung wie Faktor-V-Leiden
  • Herzinfarkt, Angina pectoris, Schlaganfall oder eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA)
  • Migräne mit Aura, also mit neurologischen Begleitsymptomen, in der Vorgeschichte
  • schwerer Bluthochdruck, Diabetes mit Gefäßschäden oder eine schwere Fettstoffwechselstörung
  • eine schwere Lebererkrankung, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben, Lebertumoren oder bösartige hormonabhängige Tumoren, etwa der Brust
  • ungeklärte Blutungen aus der Scheide
  • eine größere Operation mit längerer Ruhigstellung
  • die Behandlung einer Hepatitis C mit bestimmten Wirkstoffkombinationen, etwa Glecaprevir mit Pibrentasvir

Was den Schutz schwächen kann

Wie zuverlässig die Pille ist, hängt vor allem von der Anwendung ab. Laut gesundheit.gv.at wird bei fehlerfreier Einnahme im ersten Jahr weniger als eine von 100 Frauen schwanger, mit Anwendungsfehlern sind es etwa sieben. In der Zulassungsstudie von Yasmin lag der Pearl-Index für reines Methodenversagen bei 0,09 und unter Einrechnung von Anwendungsfehlern bei 0,57; solche Studienwerte sind kein Versprechen für den Einzelfall.

Die Fachinformationen nennen drei typische Ursachen für einen schwächeren Schutz: vergessene Tabletten, Erbrechen oder schweren Durchfall und Wechselwirkungen. Für Yasmin gilt laut Fachinformation: Erbrechen Sie in den ersten drei bis vier Stunden nach der Einnahme, nehmen Sie möglichst bald eine Ersatztablette aus einer anderen Packung, damit der Rhythmus gleich bleibt; sind seit der gewohnten Zeit mehr als 12 Stunden vergangen, gelten die Regeln für vergessene Tabletten. Andere Pillen können andere Zeitfenster haben. Was bei einer vergessenen Pille gilt, hängt von der Einnahmewoche und vom Präparat ab und steht unter Pille vergessen.

Den Abbau der Hormone beschleunigen können laut Fachinformation von Yasmin unter anderem Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Barbiturate, Rifampicin, Bosentan und manche HIV-Medikamente, möglicherweise auch Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat, Griseofulvin und Johanniskraut. Bei kurzer Behandlung empfiehlt die Fachinformation zusätzlich eine Barrieremethode bis 28 Tage nach deren Ende, bei längerer eine andere, nicht hormonelle Methode. Umgekehrt kann die Pille den Spiegel des Epilepsiemittels Lamotrigin senken. Vor Reisen über mehrere Zeitzonen besprechen Sie die Einnahmezeiten am besten mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Kombinationspillen in Österreich: vier Beispiele

Im Arzneispezialitätenregister des BASG sind zahlreiche Kombinationspillen eingetragen, alle rezeptpflichtig. Sie unterscheiden sich im Gestagen, in der Östrogendosis und im Einnahmeschema. Welche Pille passt, ist eine ärztliche Entscheidung: Die Fachinformationen verlangen, das Thromboserisiko des gewählten Präparats mit dem anderer Pillen zu vergleichen und die persönlichen Risikofaktoren einzubeziehen. Wer kein Östrogen nehmen darf oder möchte, kann eine Minipille in Betracht ziehen.

Vier Beispiele, zu denen es eigene Seiten gibt:

  • Madonella: Levonorgestrel und Ethinylestradiol, 21 Dragees, dann sieben Tage Pause. Levonorgestrel zählt laut Fachinformation zu den Gestagenen mit dem geringsten Thromboserisiko.
  • Larissa Gynial: Dienogest und Ethinylestradiol, 21 Tabletten und Pause. In einer in der Fachinformation beschriebenen Studie besserte die Kombination leichte bis mittelschwere Akne; ein Versprechen für den Einzelfall ist das nicht.
  • Yasmin: Drospirenon und Ethinylestradiol, 21 Tabletten und Pause. Drospirenon wirkt kaliumsparend; bei eingeschränkter Nierenfunktion und einem Kaliumwert im oberen Normbereich, besonders zusammen mit kaliumsparenden Arzneimitteln, empfiehlt die Fachinformation im ersten Zyklus eine Kontrolle des Kaliums.
  • Qlaira: Estradiolvalerat und Dienogest als Mehrphasenpille mit 26 wirkstoffhaltigen und 2 wirkstofffreien Tabletten, ohne Pause zwischen den Packungen. Ihre Regeln bei vergessenen Tabletten unterscheiden sich deutlich von denen der Pillen mit 21 Tabletten und Pause.

Pillenrezept online anfragen

Über diese Seite können Sie ein Rezept für eine Pille anfragen, die Sie bereits nehmen, oder für den Beginn einer neuen. Sie füllen einen medizinischen Fragebogen zu Ihrem gewünschten Präparat und Ihrer Krankengeschichte aus und bezahlen das Honorar online; für eine Kombinationspille zählen dabei Angaben wie Rauchen, Migräne, Blutdruck und Thrombosen in der Familie. Ein Arzt (lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301) prüft die Angaben. Es gibt kein Video, kein Telefonat und keinen Chat. Fehlen Unterlagen, etwa ein aktueller Blutdruckwert, werden sie über die Plattform nachgefordert, oder der Arzt empfiehlt eine Untersuchung in einer Ordination. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht.

Bei positiver Beurteilung erhalten Sie ein Privatrezept als PDF per E-Mail: Die Pille bezahlen Sie selbst. Legen Sie den Ausdruck innerhalb eines Monats in einer Apotheke vor; ob sie es einlöst, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker. Arzneimittel verkaufen oder versenden wir nicht.

Ihr Honorar gilt der ärztlichen Durchsicht Ihrer Angaben, ein Rezept ist damit nicht gekauft. Sagt der Arzt aus medizinischen oder rechtlichen Gründen Nein, überweisen wir Ihnen das Honorar zurück. Will der Arzt noch Unterlagen sehen, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage, wir erinnern Sie daran und verlängern die Frist, wenn Sie das möchten. Bleibt die Prüfung trotzdem offen, beenden wir die Anfrage und überweisen das komplette Honorar zurück.

Ab wann wirkt die Pille?

Beginnen Sie am ersten Tag der Regelblutung, sehen die Fachinformationen keinen zusätzlichen Schutz vor. Bei einem späteren Start, etwa an Tag 2 bis 5, was nicht jedes Präparat erlaubt, verhüten Sie sieben Tage lang zusätzlich, zum Beispiel mit Kondom. Beim Umstieg von einer Minipille gelten ebenfalls sieben Tage, bei Qlaira neun.

Bin ich in der Pillenpause geschützt?

Ja, wenn die Tabletten davor korrekt eingenommen wurden. Die Pause darf aber nie länger als sieben Tage dauern. Laut Fachinformation ist das Risiko umso größer, je mehr Tabletten vergessen wurden und je näher das am einnahmefreien Intervall liegt. Ein verspäteter Start der neuen Packung ist deshalb besonders ungünstig.

Welche Nachteile hat die Östrogenpille?

Kombinationspillen erhöhen das Thromboserisiko; wie stark, hängt auch vom Gestagen ab. Viele Gegenanzeigen und Warnhinweise, etwa Migräne mit Aura, eine frühere Thrombose oder Rauchen über 35, betreffen gerade die östrogenhaltigen Präparate. In der Stillzeit raten die Fachinformationen meist ab, weil die Milchmenge sinken kann. Dazu kommen mögliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Brustspannen, die tägliche Einnahme und der fehlende Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Macht die Pille dick?

In der Fachinformation von Yasmin stehen Gewichtszunahme und Gewichtsabnahme unter den gelegentlichen Nebenwirkungen, also bei 1 bis 10 von 1.000 Anwenderinnen; gesundheit.gv.at nennt Gewichtszunahme als mögliche Nebenwirkung der ersten Monate. Als Nebenwirkung betrifft sie demnach nur einen kleinen Teil der Anwenderinnen. Verändert sich Ihr Gewicht stark, lohnt sich ein Gespräch über Ursachen und Alternativen.

Gibt es die Pille in Österreich ohne Rezept?

Nein. Die Pille ist in Österreich rezeptpflichtig; im Arzneispezialitätenregister des BASG ist keine Kombinationspille ohne Rezeptpflicht eingetragen. Ein Rezept aus einer Online-Anfrage löst die Apotheke wie ein Privatrezept ein, sofern die Apothekerin oder der Apotheker es annimmt.

Kann ich mit der Pille online beginnen, wenn ich sie noch nie genommen habe?

Die Leistung umfasst auch den Beginn. Die Fachinformationen sehen vor der ersten Einnahme eine ärztliche Anamnese mit Familienanamnese, eine Blutdruckmessung und den Ausschluss einer Schwangerschaft vor. Fehlende Werte, etwa ein aktueller Blutdruck, werden nachgefordert. Was sich nur durch eine Untersuchung klären lässt, gehört in eine Ordination; am einfachsten ist die Fortführung einer Pille, die Sie gut vertragen.

Schützt die Pille vor Geschlechtskrankheiten?

Nein. Hormonelle Verhütungsmittel schützen weder vor HIV noch vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Dafür braucht es zusätzlich ein Kondom.