Madonella: Levonorgestrel-Pille in zwei Stärken

Madonella ist eine rezeptpflichtige Kombinationspille mit dem Gestagen Levonorgestrel und dem Östrogen Ethinylestradiol. In Österreich gibt es sie in zwei Stärken: Madonella mit 0,15 mg/0,03 mg und Madonella mite mit 0,1 mg/0,02 mg. Pillen mit Levonorgestrel gehören laut Fachinformation zu den Kombinationspillen mit dem geringsten Thromboserisiko. Hier lesen Sie, worin sich die beiden Varianten unterscheiden und was bei der Einnahme gilt.

Madonella und Madonella mite nebeneinander

Beide Präparate enthalten dieselben Wirkstoffe und werden gleich eingenommen; sie unterscheiden sich in der Hormonmenge, der Tablettenform und den Hilfsstoffen. Der rosa Filmüberzug von Madonella mite enthält Sojalecithin und die Azofarbstoffe E 129 und E 132, die allergische Reaktionen auslösen können. Bei einer Überempfindlichkeit gegen Soja oder Azofarbstoffe ist Madonella mite deshalb kontraindiziert. Madonella ist ein weißes Dragee mit Lactose und Saccharose. Welche Stärke Sie nehmen, steht auf Ihrer Packung.

Zur Zuverlässigkeit nennt die Fachinformation von Madonella mite Studien mit 2.498 Frauen zwischen 18 und 40 Jahren über 15.026 Zyklen: Der Pearl-Index lag bei 0,69. Bei korrekter Einnahme liegt die Versagerquote kombinierter Pillen laut dieser Fachinformation bei etwa 1 Prozent pro Jahr, vergessene oder falsch eingenommene Tabletten erhöhen sie. Für Madonella mit 0,15 mg/0,03 mg nennt die Fachinformation keinen Pearl-Index.

MerkmalMadonellaMadonella mite
Levonorgestrel pro Tablette0,15 mg0,1 mg
Ethinylestradiol pro Tablette0,03 mg0,02 mg
Formweißes Dragee (überzogene Tablette)rosa Filmtablette
Hilfsstoffe mit bekannter WirkungLactose, SaccharoseLactose, Sojalecithin, Azofarbstoffe E 129 und E 132
Einnahme21 Tage, dann 7 Tage Pause21 Tage, dann 7 Tage Pause

Warum Levonorgestrel beim Thromboserisiko als Maßstab gilt

Jede Kombinationspille erhöht das Risiko einer venösen Thromboembolie (VTE), also eines Blutgerinnsels in einer Vene, gegenüber Frauen, die nicht hormonell verhüten. Präparate mit Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron sind laut Fachinformation mit dem geringsten Risiko verbunden. Deshalb dienen sie in den Fachinformationen anderer Pillen als Vergleichsgröße, und Pillen mit anderen Gestagenen, etwa Dienogest in Larissa Gynial oder Drospirenon in Yasmin, schneiden dort schlechter ab. Geschätzt erleiden pro Jahr etwa 6 von 10.000 Frauen mit einer Levonorgestrel-Pille wie Madonella eine VTE (Mittelwert einer Spanne von 5 bis 7), ohne hormonelle Verhütung sind es etwa 2 von 10.000.

Geringstes Risiko heißt nicht kein Risiko. Am höchsten ist es im ersten Anwendungsjahr; außerdem gibt es laut Fachinformation Hinweise, dass es erneut erhöht ist, wenn nach einer Pause von vier Wochen oder länger wieder begonnen wird. Zudem steigt es mit starkem Übergewicht, mit dem Alter, bei längerer Ruhigstellung oder nach Operationen und wenn nahe Verwandte jung eine Thrombose hatten. Ein bis zwei von hundert Thromboembolien enden tödlich; insgesamt treten unter der Pille aber weniger Fälle auf als in Schwangerschaft und Wochenbett. Bei einseitig geschwollenem, schmerzendem Bein, plötzlicher Atemnot, Brustschmerz oder plötzlichen Lähmungen rufen Sie die Rettung unter 144 und erwähnen dort die Pille.

Wer Madonella nicht nehmen darf

Auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ist unter Kombinationspillen erhöht, besonders bei Raucherinnen, mit steigendem Alter, Bluthochdruck, Übergewicht oder Migräne. Raucherinnen über 35 soll dringend eine andere Verhütungsmethode empfohlen werden. Klinisch bedeutende Blutdruckanstiege sind unter der Pille selten, machen dann aber ein Absetzen nötig; das gilt auch, wenn ein schon bestehender Bluthochdruck trotz Behandlung deutlich erhöht bleibt. Bei Madonella mite kommen als Gegenanzeigen eine Allergie gegen Soja oder Azofarbstoffe sowie eine bekannte oder vermutete Schwangerschaft hinzu. Johanniskraut führt die Fachinformation von Madonella ausdrücklich unter den Gegenanzeigen, die von Madonella mite bei den Wechselwirkungen. Nicht eingenommen werden darf Madonella unter anderem bei:

  • Blutgerinnsel: eine bestehende oder frühere Thrombose oder Lungenembolie, eine bekannte Gerinnungsneigung oder eine größere Operation mit längerer Bettruhe
  • Herz und Gehirn: Herzinfarkt, Angina pectoris, Schlaganfall oder TIA, auch in der Vorgeschichte, sowie eine Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen (mit Aura)
  • Gefäßrisiko: sehr hoher Blutdruck, Diabetes mit Gefäßschäden oder deutlich gestörter Fettstoffwechsel
  • Leber und Bauchspeicheldrüse: schwere Lebererkrankung oder Lebertumor, Bauchspeicheldrüsenentzündung mit stark erhöhten Blutfetten
  • Tumoren und Blutungen: hormonabhängige bösartige Tumoren und ungeklärte Blutungen aus der Scheide
  • Arzneimittel: die Hepatitis-C-Kombinationen Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir und, bei Madonella, Johanniskraut

Einnahme, Pillenpause und Verschieben der Blutung

An 21 aufeinanderfolgenden Tagen wird etwa zur gleichen Zeit ein Dragee beziehungsweise eine Filmtablette eingenommen, danach folgt eine siebentägige Pause. In ihr beginnt meist am zweiten oder dritten Tag nach der letzten Tablette die Abbruchblutung. Wer erstmals beginnt, startet am ersten Tag der Regelblutung; ein Start am zweiten bis fünften Tag ist möglich, dann aber mit Kondom in den ersten sieben Tagen. Länger als sieben Tage darf die Pause laut Fachinformation keinesfalls dauern, und nach einer vergessenen Tablette braucht es sieben Tage durchgehender Einnahme, damit die Hormonsteuerung des Eisprungs wieder ausreichend unterdrückt ist.

Ist eine Tablette weniger als 12 Stunden überfällig, wird sie nachgeholt, und die Wirkung bleibt erhalten. Bei längerer Verspätung hängt das Vorgehen laut beiden Fachinformationen von der Einnahmewoche ab. In Woche 1 wird die Tablette nachgeholt, auch wenn dann zwei auf einmal fällig sind, und sieben Tage lang zusätzlich mit Kondom verhütet; gab es in den sieben Tagen davor Geschlechtsverkehr, ist eine Schwangerschaft möglich. In Woche 2 genügt das Nachholen, wenn die sieben Tage davor korrekt waren und nur eine Tablette fehlt, sonst sind ebenfalls sieben Tage Zusatzschutz nötig. In Woche 3 ist das Risiko eines Versagens sehr hoch, weil die Pause unmittelbar bevorsteht: Entweder wird nachgeholt und der nächste Blister ohne Pause angeschlossen, oder der Blister wird abgebrochen und nach höchstens sieben Tagen Pause, die vergessenen Tage eingerechnet, neu begonnen. Ohne Zusatzschutz geht das nur, wenn die sieben Tage davor korrekt waren; andernfalls gilt die erste Variante mit sieben Tagen Kondom.

Kommt es kurz nach der Einnahme, in den ersten drei bis vier Stunden, zu Erbrechen oder starkem Durchfall, ist möglichst bald eine Ersatztablette nötig, laut Fachinformation von Madonella möglichst bis spätestens 12 Stunden nach der gewohnten Einnahmezeit, sonst gelten die Regeln für vergessene Tabletten. Wer den gewohnten Rhythmus behalten möchte, nimmt sie aus einem anderen Blister.

Wer die Blutung hinausschieben möchte, beginnt ohne Pause gleich mit dem nächsten Blister und kann ihn bis zur letzten Tablette aufbrauchen. Schmier- oder Durchbruchblutungen kommen in dieser Zeit vor, anschließend geht es mit der gewohnten siebentägigen Pause weiter. Um den Wochentag der Blutung zu ändern, wird die nächste Pause um die gewünschte Zahl von Tagen verkürzt; je kürzer sie ausfällt, desto eher bleibt die Blutung aus. Mehr dazu im Ratgeber Periode verschieben.

Wechselwirkungen: mehr als nur Johanniskraut

Johanniskraut senkt die Hormonspiegel und kann bis zum Wirkungsverlust führen, die Fachinformation von Madonella nennt es deshalb eine kontraindizierte Kombination. Den Schutz schwächen außerdem Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin und die HIV-Mittel Ritonavir, Nevirapin und Efavirenz, möglicherweise auch Felbamat, Griseofulvin, Oxcarbazepin und Topiramat. Eigens erwähnt werden Modafinil, dessen Wirkung auf den Schutz noch einen Zyklus nach dem Absetzen anhalten kann, Perampanel ab 12 mg pro Tag, Rufinamid und Vemurafenib; bei Perampanel und Rufinamid rät die Fachinformation bevorzugt zu einer anderen, vorzugsweise mechanischen Methode.

Umgekehrt beeinflusst Ethinylestradiol andere Arzneimittel: Der Spiegel von Lamotrigin kann sinken, die Spiegel von Ciclosporin, Theophyllin und Tizanidin können steigen. Die Gebrauchsinformation von Madonella mite nennt außerdem Melatonin und Midazolam, deren Wirkung sich verändern kann, und Grapefruitsaft als möglichen Einfluss auf den Hormonspiegel.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Zur Gruppe häufig, also mindestens 1 von 100 und weniger als 1 von 10 Frauen, zählt die Fachinformation von Madonella eine ganze Reihe von Beschwerden, die vor allem anfangs auftreten können. Gelegentlich, bei weniger als 1 von 100 Frauen, kommen unter anderem Migräne, Bluthochdruck, Blähungen, Durchfall, Hautausschlag, Haarausfall, vermehrte Körperbehaarung, Pigmentflecken im Gesicht, veränderter Appetit und veränderte Blutfettwerte hinzu.

Depressive Verstimmungen gehören zu den bekannten Nebenwirkungen hormoneller Verhütung. Wenden Sie sich bei Stimmungsveränderungen an einen Arzt; in einer akuten seelischen Krise ist die Telefonseelsorge unter 142 erreichbar. Häufig sind laut Fachinformation:

  • Scheidenentzündung, auch durch Pilze, und verändertes Scheidensekret
  • Stimmungsänderungen bis zur Depression, veränderte Libido, Nervosität
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Akne
  • Brustschmerzen, empfindliche oder vergrößerte Brüste, Regelschmerzen, Zyklusveränderungen und ausbleibende Blutung
  • Wassereinlagerungen und Gewichtsveränderungen

Gleiche Zusammensetzung, andere Namen

Levonorgestrel und Ethinylestradiol in denselben Mengen sind in Österreich auch unter anderen Namen registriert, jeweils rezeptpflichtig. Bei einigen früher erhältlichen Präparaten, etwa Levostrol und Xyliette, ist laut Register die Einstellung des Inverkehrbringens gemeldet. Selly Gynial enthält mit 125 Mikrogramm eine andere Menge Levonorgestrel und gehört deshalb nicht in diese Gruppe. Ein Wechsel zwischen Präparaten ist auch bei gleichen Wirkstoffmengen eine ärztliche Entscheidung, schon wegen der unterschiedlichen Hilfsstoffe.

  • wie Madonella (0,15 mg/0,03 mg): Melleva 150 Mikrogramm/30 Mikrogramm, Rigevidon 30 Mikrogramm/150 Mikrogramm, Selina Gynial 0,03 mg/0,15 mg
  • wie Madonella mite (0,1 mg/0,02 mg): Erlidona 20 Mikrogramm/100 Mikrogramm, Loette 100 Mikrogramm/20 Mikrogramm, Melleva 100 Mikrogramm/20 Mikrogramm, Selina mite Gynial 0,02 mg/0,1 mg, Selma 0,02 mg/0,1 mg

Rezept für Madonella: die richtige Stärke angeben

Bei der Leistung Empfängnisverhütung prüft der Arzt auf Grundlage Ihres Fragebogens, ob Madonella oder Madonella mite für Sie infrage kommt. Geben Sie die Stärke genau an, denn die beiden Varianten unterscheiden sich in Hormonmenge und Hilfsstoffen. Neben Name und Stärke von der Packung braucht der Arzt einen aktuellen Blutdruckwert, Angaben zu Rauchen, Migräne und Thrombosen in der Familie, zu einer möglichen Soja-Allergie sowie eine Liste aller Medikamente und pflanzlichen Mittel. Fehlt etwas, wird es über die Plattform nachgefordert; manchmal ist eine Untersuchung in einer Ordination der bessere Weg.

Das Rezept kommt bei positiver Beurteilung als PDF per E-Mail. Es verliert nach dem Rezeptpflichtgesetz zwölf Monate nach dem Ausstellungsdatum seine Gültigkeit, sofern kein kürzerer Zeitraum vermerkt ist, und schon früher, wenn die erste Abgabe nicht spätestens einen Monat nach dem Ausstellungsdatum erfolgt. Ob eine Apotheke es einlöst, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker; die Kosten für die Pille tragen Sie selbst. Ablauf und Honorar stehen auf der Seite Verhütung.

Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Für Ihren konkreten Fall bleibt die ärztliche Einschätzung maßgeblich, nicht dieser Beitrag.

Was ist der Unterschied zwischen Madonella und Madonella mite?

Madonella enthält 0,15 mg Levonorgestrel und 0,03 mg Ethinylestradiol in einem weißen Dragee, Madonella mite 0,1 mg und 0,02 mg in einer rosa Filmtablette mit Sojalecithin und Azofarbstoffen. Eingenommen werden beide gleich, 21 Tage mit anschließend 7 Tagen Pause.

Hat Madonella ein niedriges Thromboserisiko?

Unter den Kombinationspillen gehören Präparate mit Levonorgestrel laut Fachinformation zu denen mit dem geringsten Risiko: etwa 6 Fälle pro 10.000 Frauen und Jahr (Mittelwert einer Spanne von 5 bis 7), gegenüber etwa 2 ohne Pille. Ein höheres Risiko als ohne hormonelle Verhütung bleibt also bestehen.

Darf ich Madonella nehmen, wenn ich rauche?

Rauchen erhöht unter der Pille das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Frauen über 35, die weiterrauchen, soll laut Fachinformation dringend eine andere Methode empfohlen werden, und allen anderen wird geraten, nicht zu rauchen. Ob Madonella infrage kommt, entscheidet der Arzt mit Blick auf alle Risikofaktoren.

Kann ich die Pillenpause bei Madonella weglassen?

Um eine Blutung hinauszuschieben, ja: Laut Fachinformation schließen Sie den nächsten Blister ohne Pause an und können ihn aufbrauchen, danach folgt die normale Pause. Eine Einnahme ohne Pause über längere Zeit beschreibt die Fachinformation nicht. Länger als sieben Tage darf die Pause nie werden.

Darf ich Madonella in der Stillzeit nehmen?

Die Fachinformation empfiehlt Kombinationspillen nicht, solange nicht vollständig abgestillt ist, weil sie die Milchmenge verringern und in kleinen Mengen in die Milch übergehen können. Stillenden Frauen soll eine andere Verhütungsmethode empfohlen werden.

Was gilt für das Honorar, wenn der Arzt Madonella nicht verordnet?

Bezahlt wird die ärztliche Beurteilung, nicht das Rezept selbst. Verweigert der Arzt die Verordnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen, geht das Honorar an Sie zurück. Werden Unterlagen nachgefordert, haben Sie dafür mindestens sieben Tage, bekommen eine Erinnerung und können die Frist auf Wunsch verlängern lassen. Kann die Beurteilung dennoch nicht abgeschlossen werden, wird die Anfrage geschlossen, und Sie erhalten das gesamte Honorar zurück.