Monuril bei Blasenentzündung: Einnahme und Grenzen der Einmaldosis

Monuril enthält das Antibiotikum Fosfomycin und wird bei einer unkomplizierten Blasenentzündung der Frau ein einziges Mal eingenommen. Diese Seite erklärt, wie die Einnahme laut Fachinformation richtig erfolgt, was über die Wirkdauer bekannt ist, welche Nebenwirkungen auftreten können und wann die Einmaldosis nicht passt. In Österreich sind alle Arzneimittel mit Fosfomycin rezeptpflichtig.

Wirkstoff, Zulassung und für wen Monuril gedacht ist

Monuril enthält Fosfomycin in Form von Fosfomycin-Trometamol. Der Wirkstoff blockiert einen frühen Schritt beim Aufbau der Bakterienzellwand und tötet die Erreger dadurch ab. Laut Fachinformation ist Monuril zur Behandlung der akuten, unkomplizierten Blasenentzündung bei Frauen und weiblichen Jugendlichen über 12 Jahren zugelassen, außerdem zur Vorbeugung bei einer transrektalen Prostatabiopsie bei erwachsenen Männern.

Unkompliziert heißt laut Gesundheitsportal: Es besteht kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf, die Harnwege sind nicht verändert, Blasen- und Nierenfunktion sind normal, und es liegen keine Begleiterkrankungen vor. Als kompliziert gelten dagegen unter anderem Harnwegsinfekte in der Schwangerschaft, bei älteren Menschen, bei schlecht eingestelltem Diabetes, bei geschwächter Immunabwehr sowie bei Nierensteinen oder Abflussstörungen. Harnwegsinfekte bei Männern und bei Menschen ab 65 Jahren sind laut Fachinformation in der Regel als kompliziert anzusehen; Monuril soll bei ihnen nicht angewendet werden.

Häufigster Erreger ist laut Gesundheitsportal Escherichia coli aus dem eigenen Darm. Die Fachinformation führt ihn als üblicherweise empfindlich gegenüber Fosfomycin, Staphylococcus saprophyticus dagegen als von Natur aus unempfindlich.

Einnahme: eine Dosis, nüchtern und am besten vor dem Schlafengehen

Bei der Blasenentzündung besteht die Behandlung aus einem einzigen Beutel mit 3 g Fosfomycin. Laut Fachinformation wird Monuril auf leeren Magen eingenommen, also etwa zwei bis drei Stunden vor oder nach einer Mahlzeit, vorzugsweise vor dem Schlafengehen und nachdem Sie die Blase entleert haben. Lösen Sie den Inhalt in einem Glas Wasser auf und trinken Sie die Lösung gleich nach der Zubereitung; heißes Wasser ist nicht geeignet.

Eine zweite Dosis ist bei der Blasenentzündung nicht vorgesehen. Zwei Beutel, einen 3 Stunden vor und einen 24 Stunden nach dem Eingriff, sieht die Fachinformation nur zur Vorbeugung bei einer transrektalen Prostatabiopsie vor.

Kalzium vermindert die Aufnahme von Fosfomycin. Die Gebrauchsinformation empfiehlt deshalb, Monuril zwei Stunden vor oder mindestens vier Stunden nach kalziumhaltigen Produkten einzunehmen, etwa nach Kalziumtabletten oder einem Mittel gegen Sodbrennen mit Kalziumkarbonat. Ein Beutel enthält außerdem 2,213 g Saccharose, also Zucker; Menschen mit Diabetes berücksichtigen das, und bei seltenen angeborenen Zuckerunverträglichkeiten soll Monuril laut Fachinformation nicht eingenommen werden.

PunktAngabe laut Fach- und Gebrauchsinformation
Dosis bei Blasenentzündung1 Beutel mit 3 g Fosfomycin, einmalig
Zeitpunktnüchtern, 2 bis 3 Stunden vor oder nach einer Mahlzeit, vorzugsweise vor dem Schlafengehen nach dem Entleeren der Blase
Zubereitungin einem Glas Wasser auflösen und gleich trinken, kein heißes Wasser
Kalziumhaltige ProdukteMonuril 2 Stunden davor oder mindestens 4 Stunden danach einnehmen
Nicht vorgesehenKinder unter 12 Jahren, Harnwegsinfekte bei Männern und bei Menschen ab 65 Jahren, Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min

Wie schnell wirkt Monuril?

Fosfomycin wird zum Teil aufgenommen und unverändert über die Nieren ausgeschieden. Laut Fachinformation bleibt die Konzentration im Harn nach einer Dosis von 3 g mindestens 24 Stunden lang über einem Schwellenwert der minimalen Hemmkonzentration von 128 µg/ml, und zwar nüchtern ebenso wie nach einer Mahlzeit. Eine Mahlzeit verzögert die Aufnahme: Der Höchstwert im Harn wird etwa vier Stunden später erreicht, und Spitzenwerte im Blut sowie Harnkonzentrationen können laut Abschnitt 4.5 leicht sinken. Deshalb gilt die Einnahme auf leeren Magen.

Wann die Beschwerden nachlassen, gibt die Fachinformation nicht an. Laut Gesundheitsportal helfen Antibiotika bei Harnwegsinfekten rasch und verkürzen die Krankheitsdauer; bei starken Beschwerden können schmerzlindernde Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen zusätzlich helfen. Trinken Sie über den Tag verteilt ein bis zwei Liter, entleeren Sie die Blase regelmäßig und vollständig, und legen Sie bei Bedarf eine Wärmflasche auf den Unterbauch.

Wenn die Beschwerden bleiben oder wiederkommen

Hält eine Infektion an, empfiehlt die Fachinformation eine gründliche Untersuchung und eine neue Bewertung der Diagnose. Dahinter steckt oft ein komplizierter Harnwegsinfekt oder ein Erreger, der auf Fosfomycin nicht anspricht; Harnproben für eine bakteriologische Untersuchung sollen vor und nach der Therapie gewonnen werden.

Bei wiederkehrenden Blasenentzündungen ist die Einmaldosis laut Fachinformation nicht empfohlen. Das Gesundheitsportal spricht von wiederkehrenden Infekten ab zwei Episoden im halben Jahr oder drei im Jahr; dann ist eine fachärztliche Begutachtung nötig, damit keine andere Erkrankung übersehen wird.

Die folgenden Zeichen sprechen dafür, dass die Entzündung über die Blase hinausgeht oder rasch ärztlich beurteilt werden muss. Wenden Sie sich dann an eine Ordination, außerhalb der Ordinationszeiten an den Ärztefunkdienst 141 oder an die Gesundheitsberatung 1450, bei schwerem Krankheitsgefühl an die Rettung unter 144:

  • Fieber über 38 °C oder Schüttelfrost
  • Schmerzen in der Flanke oder in der Nierengegend
  • Übelkeit und Erbrechen
  • eine bestehende oder mögliche Schwangerschaft
  • Beschwerden, die nach der Einnahme unverändert bleiben oder rasch zurückkehren

Neue Blasenentzündung, neue Beurteilung

Bei Antibiotika gilt eine klare Regel: Ein neuer Infekt ist keine Fortsetzung einer früheren Behandlung. Jede neue Blasenentzündung wird neu beurteilt, denn ob ein Antibiotikum überhaupt nötig ist, hängt vom aktuellen Bild ab. Laut Gesundheitsportal heilt eine unkomplizierte Blasenentzündung oft von selbst aus; ist die Gefahr von Komplikationen gering und sind die Beschwerden auszuhalten, kann unter Umständen auf ein Antibiotikum verzichtet werden. Ob das sinnvoll ist, klärt der Arzt im Einzelfall.

Monuril ist laut Fachinformation rezeptpflichtig, die wiederholte Abgabe ist verboten. Nach § 4 Abs. 2 Rezeptpflichtgesetz wird ein solches Arzneimittel auf ein Rezept nur einmal abgegeben, außer der Arzt ordnet die wiederholte Abgabe auf dem Rezept ausdrücklich an. Ein übrig gebliebener Beutel gehört nicht in die Hausapotheke für das nächste Mal: Wer jede Episode selbst behandelt, verpasst den Zeitpunkt, an dem wiederkehrende Infekte eine Abklärung brauchen.

Nebenwirkungen

Am häufigsten betreffen die Nebenwirkungen laut Fachinformation den Magen-Darm-Trakt, vor allem als Durchfall, der normalerweise von selbst abklingt. Als häufig, also bei bis zu einer von zehn behandelten Personen, nennt die Gebrauchsinformation Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen sowie eine Entzündung im Scheidenbereich mit Reizung und Juckreiz. Gelegentlich treten Erbrechen, Ausschlag, Nesselsucht und Juckreiz auf.

Zwei schwere Reaktionen, deren Häufigkeit laut Gebrauchsinformation nicht bekannt ist, verlangen ärztliche Hilfe ohne Aufschub. Eine schwere allergische Reaktion zeigt sich durch plötzlichen Ausschlag oder Nesselsucht, Atemnot, Keuchen oder eine Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals; wählen Sie dann den Notruf 144. Mäßiger bis schwerer Durchfall mit Bauchkrämpfen, Blut im Stuhl oder Fieber kann während oder nach der Einnahme auf eine Darmentzündung durch das Antibiotikum hinweisen. Nehmen Sie in diesem Fall keine Mittel, die die Darmbewegung hemmen, und suchen Sie eine Ordination auf.

Laut Gebrauchsinformation kann Monuril, etwa durch Schwindel, die Reaktionsfähigkeit und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen; das gilt auch für das Bedienen von Maschinen. Monuril enthält außerdem Sulfite, die in seltenen Fällen schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und eine Verengung der Atemwege auslösen können.

Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit

Metoclopramid, ein Mittel gegen Übelkeit, senkt laut Fachinformation die Fosfomycin-Spiegel in Blut und Harn; die gleichzeitige Anwendung soll vermieden werden, und andere Mittel, die die Darmbewegung beschleunigen, können ähnlich wirken. Unter Antibiotika wurden laut Fachinformation zahlreiche Fälle einer verstärkten Wirkung von Gerinnungshemmern zum Einnehmen gemeldet, messbar am INR-Wert; die Gebrauchsinformation nennt Gerinnungshemmer deshalb ausdrücklich unter den Arzneimitteln, über die Sie den Arzt vor der Einnahme informieren.

In der Schwangerschaft gilt ein Harnwegsinfekt als kompliziert, und die Behandlung mit einer Einzeldosis wird laut Fachinformation nicht empfohlen. Für das erste Schwangerschaftsdrittel liegen nur begrenzte Daten (152 Fälle) vor, die bisher kein Signal für Fehlbildungen zeigen; angewendet werden soll Monuril in der Schwangerschaft nur, wenn es eindeutig notwendig ist. Ob das zutrifft, entscheidet der Arzt im Einzelfall, oft erst nach weiteren Untersuchungen. In der Stillzeit kann laut Fachinformation eine Einzeldosis eingenommen werden, wenn sie eindeutig notwendig ist; Fosfomycin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Rezeptpflicht und Abgabe in der Apotheke

In Österreich sind alle Arzneimittel mit Fosfomycin rezeptpflichtig, auch die beiden anderen Präparate mit 3 g Fosfomycin zum Einnehmen, Cystium und Fosfomycin Eberth. Ihre Fachinformationen decken sich nicht in allen Punkten mit der von Monuril: Die Vorbeugung bei Prostatabiopsie ist nur für Monuril zugelassen, und die Hinweise zu wiederkehrenden Infekten, zur Schwangerschaft, zu Menschen ab 65 Jahren und zum Abstand zu Kalzium stehen nur in der Fachinformation von Monuril. Maßgeblich ist die Information des Präparats, das Sie erhalten. Laut Fachinformation gibt es Packungen mit einem oder zwei Beuteln; nicht jede Packungsgröße muss im Handel sein.

Rezeptpflichtige Arzneimittel dürfen in Österreich nicht im Fernabsatz abgegeben werden (§ 59 Abs. 8 und 9 Arzneimittelgesetz); Angebote, Monuril ohne Rezept zu kaufen, sollten Sie meiden. Ein Privatrezept wird in der Regel nicht von der Sozialversicherung erstattet; das Arzneimittel bezahlen Sie in der Apotheke selbst.

Rezept online anfragen

Über die Seite Rezept online können Sie eine ärztliche Beurteilung für Monuril anfragen. Im medizinischen Fragebogen beschreiben Sie Beschwerden, frühere Blasenentzündungen, Vorerkrankungen, eine mögliche Schwangerschaft und Ihre Arzneimittel; danach bezahlen Sie das Honorar online. Die Angaben beurteilt lek. Damian Wojno (Approbation Nr. 3211301). Es gibt kein Video, kein Telefonat und keinen Live-Chat, und eine Bearbeitungsdauer sagen wir nicht zu.

Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Fehlen Angaben, kann der Arzt Unterlagen über die Plattform nachfordern oder eine Untersuchung in einer Ordination empfehlen. Bei Fieber oder Flankenschmerzen, in der Schwangerschaft, bei Männern, ab 65 Jahren und bei wiederkehrenden Infekten entscheidet der Arzt im Einzelfall, ob eine Verordnung möglich ist oder eine Untersuchung in einer Ordination nötig ist. Ihr Honorar gilt der ärztlichen Durchsicht Ihrer Angaben, ein Rezept ist damit nicht gekauft. Sagt der Arzt aus medizinischen oder rechtlichen Gründen Nein, überweisen wir Ihnen das Honorar zurück. Will der Arzt noch Unterlagen sehen, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage, wir erinnern Sie daran und verlängern die Frist, wenn Sie das möchten. Bleibt die Prüfung trotzdem offen, beenden wir die Anfrage und überweisen das komplette Honorar zurück.

Fällt die Beurteilung positiv aus, erhalten Sie ein Privatrezept als PDF per E-Mail. Ob es eingelöst wird, entscheidet die Apotheke vor Ort. Legen Sie den Ausdruck innerhalb eines Monats nach dem Ausstellungsdatum vor, sonst verliert das Rezept nach § 4 Abs. 1 Rezeptpflichtgesetz seine Gültigkeit. Arzneimittel versenden wir nicht. Hintergründe zur Erkrankung lesen Sie im Ratgeber Blasenentzündung, eine Alternative mit mehrtägiger Einnahme auf der Seite Nitrofurantoin.

Ist Monuril in Österreich rezeptfrei?

Nein. Monuril und alle anderen Arzneimittel mit Fosfomycin sind in Österreich rezeptpflichtig und werden nur in der Apotheke abgegeben. Laut Fachinformation ist die wiederholte Abgabe verboten, auf ein Rezept wird Monuril also grundsätzlich nur einmal abgegeben; für jede neue Blasenentzündung braucht es eine neue ärztliche Beurteilung.

Wann nimmt man Monuril am besten ein?

Auf leeren Magen, etwa zwei bis drei Stunden vor oder nach einer Mahlzeit, vorzugsweise vor dem Schlafengehen und nach dem Entleeren der Blase, aufgelöst in einem Glas Wasser. Zu kalziumhaltigen Produkten gilt laut Gebrauchsinformation ein Abstand: Monuril zwei Stunden davor oder mindestens vier Stunden danach.

Darf ich nach zwei Tagen einen zweiten Beutel nehmen?

Bei der Blasenentzündung sieht die Fachinformation eine einzige Dosis vor. Ein zweiter Beutel auf eigene Faust ersetzt nicht die Untersuchung, die bei anhaltenden Beschwerden empfohlen wird: Möglicherweise liegt ein Erreger vor, der auf Fosfomycin nicht anspricht, oder ein komplizierter Infekt.

Hilft Monuril auch bei Männern?

Zur Behandlung eines Harnwegsinfekts ist Monuril bei Männern nicht zugelassen. Laut Fachinformation sind Harnwegsinfekte bei Männern in der Regel als kompliziert anzusehen; wie sie behandelt werden, entscheidet der Arzt nach einer Untersuchung. Bei erwachsenen Männern ist Monuril nur zur Vorbeugung bei einer transrektalen Prostatabiopsie zugelassen.

Was tun bei Durchfall nach Monuril?

Leichter Durchfall ist häufig und klingt laut Fachinformation meist von selbst ab. Bei mäßigem bis schwerem Durchfall, Bauchkrämpfen, Blut im Stuhl oder Fieber suchen Sie eine Ordination auf und nehmen keine Mittel, die die Darmbewegung hemmen.

Kann ich Monuril in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Fachinformation nur, wenn es eindeutig notwendig ist. Ein Harnwegsinfekt in der Schwangerschaft gilt als kompliziert, und die Behandlung mit einer Einzeldosis wird dafür nicht empfohlen. Ob und wie behandelt wird, entscheidet der Arzt im Einzelfall; laut Gesundheitsportal sind in der Schwangerschaft unter Umständen weitere Untersuchungen nötig.