Heuschnupfen: Symptome, Behandlung und Pollensaison in Österreich
Heuschnupfen ist ein allergischer Schnupfen durch Pollen: Die Nase läuft und juckt, die Augen tränen, und das jedes Jahr zur ähnlichen Zeit. Viele wirksame Mittel dagegen sind in Österreich rezeptfrei. Diese Seite erklärt, welche Pollen wann fliegen, was gegen die Beschwerden hilft, wann ein Kortison-Nasenspray oder eine Hyposensibilisierung sinnvoll ist und bei welchen Zeichen der Weg in eine Ordination führen sollte.
Was beim Heuschnupfen passiert
Beim Heuschnupfen bekämpft das Immunsystem Eiweißstoffe aus Pollen, die eigentlich harmlos sind. Die Pollen gelangen mit der Atemluft auf die Schleimhäute, und kurz darauf kommt es zu Niesreiz, laufender und juckender Nase sowie geschwollener Nasenschleimhaut. Sind auch die Augen betroffen, jucken und tränen sie, und die Lider schwellen an; Fachleute sprechen dann von einer allergischen Rhinokonjunktivitis. Dazu können Kopfschmerzen, Müdigkeit, Husten, Schlafstörungen und ein allgemeines Krankheitsgefühl kommen.
Typisch ist der streng saisonale Verlauf: Beschwerden bestehen nur in der Blütezeit jener Pflanzen, auf deren Pollen man reagiert, und ihre Stärke folgt meist der Pollenkonzentration in der Luft. Das Risiko ist höher, wenn Eltern, Geschwister oder Kinder eine Allergie haben, und Rauchen sowie Passivrauchen steigern es zusätzlich. Manche Betroffene reagieren über sogenannte Kreuzreaktionen auch auf bestimmte pflanzliche Nahrungsmittel. Durch den allergischen Schnupfen kann außerdem die Schleimhaut der Atemwege überempfindlich werden, sodass auch Reize wie Zigarettenrauch oder trockene Heizungsluft Beschwerden auslösen.
Pollenkalender Österreich: die vier Belastungswellen
Das Gesundheitsportal unterscheidet in Österreich grob vier Belastungswellen durch die häufigsten allergieauslösenden Pollen. Zwischen Hasel, Erle und Birke sind Kreuzreaktionen möglich. Die genauen Zeiten verschieben sich mit Wetter und Region, und laut Gesundheitsportal beginnen die Pollensaisonen tendenziell früher und werden intensiver. Die aktuelle Prognose für Ihre Region findet sich laut Gesundheitsportal auf der Website der GeoSphere Austria.
| Welle | Pollen | Hauptzeit laut Gesundheitsportal |
|---|---|---|
| 1 | Erle und Hasel | Jänner bis März, je nach Wetter und Pflanzenart auch früher |
| 2 | Esche und Birke | April |
| 3 | Gräser | Mai bis Ende Juli |
| 4 | Beifuß und Ragweed | August bis Oktober |
Antihistaminika rezeptfrei: was die Apotheke abgibt
Als erste Wahl der Behandlung nennt das Gesundheitsportal moderne Antihistaminika und Kortison-Nasensprays; die modernen Antihistaminika machen weniger müde als ihre Vorgänger. Viele davon sind in Österreich ohne Rezept erhältlich, der Status hängt aber vom einzelnen Präparat ab. Rezeptfrei sind etwa mehrere Präparate mit Cetirizin, Levocetirizin, Loratadin oder Desloratadin, außerdem Olisir mit Bilastin und Allegra mit Fexofenadin. Rezeptpflichtig sind dagegen zum Beispiel Zyrtec, Xyzall, Aerius und Rupafin. Mehr zu zwei dieser Wirkstoffe steht auf den Seiten Cetirizin und Desloratadin.
Rezeptfrei heißt nicht, dass die Gebrauchsinformation unwichtig wäre. Die Fachinformation eines rezeptfreien Cetirizin-Präparats nennt für Heuschnupfen eine übliche Behandlungsdauer von drei bis sechs Wochen, empfiehlt die Einnahme am Abend und passt die Dosis bei eingeschränkter Nierenfunktion an. Bei Desloratadin kann die Einnahme bei nur zeitweiligen Beschwerden nach dem Abklingen beendet und bei Bedarf wieder aufgenommen werden. Prüfen Sie bei einem neuen Antihistaminikum, wie Sie es vertragen, bevor Sie Auto fahren, und überschreiten Sie die angegebene Dosis nicht. Für ein rezeptfreies Präparat brauchen Sie kein Rezept; die Apotheke berät zu Auswahl und Wechselwirkungen.
Nasenspray bei Heuschnupfen: Kortison, Antihistaminikum, Cromoglicinsäure
Kortison-Nasensprays wirken entzündungshemmend und abschwellend und kommen laut Gesundheitsportal vor allem bei mittleren bis starken Beschwerden zum Einsatz. In Österreich sind alle im Arzneispezialitätenregister geführten Kortison-Nasensprays rezeptpflichtig, etwa die Präparate mit Mometason oder Fluticason. Ihr Effekt baut sich mit regelmäßiger Anwendung auf: Laut Fachinformation von Nasonex aquosum zeigte sich bei manchen Menschen schon innerhalb von zwölf Stunden eine deutliche Wirkung, der volle Nutzen wird unter Umständen aber erst nach mehr als zwei Tagen erreicht. Bei mäßigen bis starken Beschwerden kann es laut Fachinformation nötig sein, schon einige Tage vor dem erwarteten Beginn der Pollensaison zu sprühen.
Ohne Rezept gibt es je nach Präparat Nasensprays ohne Kortison, etwa mit dem Antihistaminikum Azelastin (zum Beispiel Allergospray oder Vividrin Azelastin), mit Levocabastin (Livostin) oder mit Cromoglicinsäure (Allergocrom). Rezeptpflichtig sind dagegen zum Beispiel Allergodil mit Azelastin und Lomusol mit Cromoglicinsäure. Cromone wirken auf die Mastzellen, die an der allergischen Reaktion beteiligt sind. Zurückhaltung empfiehlt das Gesundheitsportal bei rein abschwellenden Nasentropfen, weil sie bei einer Pollenallergie noch früher als bei einer Erkältung zu Gewöhnung und Abhängigkeit führen können. Nasenspülungen mit Kochsalzlösung können zusätzlich schützend wirken. Welche Allergie-Präparate rezeptfrei sind und welche ein Rezept brauchen, zeigt die Übersicht auf der Seite Allergie.
Augentropfen bei juckenden Augen
Jucken und tränen die Augen, wirken Augentropfen direkt am Ort der Beschwerden. Rezeptfrei sind in Österreich unter anderem Präparate mit Cromoglicinsäure (Allergo-Comod), Levocabastin (Livostin), Azelastin (Azelastin COMOD) und Bilastin (Olisir). Rezeptpflichtig sind etwa Opatanol mit Olopatadin, Zaditen mit Ketotifen sowie die Azelastin-Augentropfen Allergodil und Vividrin Azelastin; Vividrin Azelastin ist als Nasenspray dagegen rezeptfrei. Bei starken Augenschmerzen, einem sehr roten Auge oder Sehstörungen gehört das Auge in eine augenärztliche Ordination.
Pollen meiden: was im Alltag hilft
Je weniger Pollen auf die Schleimhäute gelangen, desto geringer sind die Beschwerden. Das Gesundheitsportal nennt unter anderem diese Maßnahmen:
- die Pollenprognose verfolgen und Aufenthalte im Freien an die Flugzeiten der eigenen Auslöser anpassen
- Fenster außerhalb der Lüftungszeiten geschlossen halten und Luftreiniger mit HEPA-Filter nutzen; im Auto helfen Pollenfilter
- Kleidung und Schuhe, die im Freien getragen wurden, nicht im Wohn- oder Schlafbereich ablegen und Oberflächen feucht abwischen
- die Haare vor dem Schlafengehen waschen, damit sich keine Pollen auf dem Kopfkissen verteilen
- Wäsche drinnen trocknen und im Freien Sonnenbrille und Kopfbedeckung tragen
- den Rasen regelmäßig mähen, bevor er blüht, und das nach Möglichkeit jemandem ohne Pollenallergie überlassen
- Zigarettenrauch meiden, aktiv wie passiv
- Reisen und Ausflüge in Gegenden planen, in denen gerade keine Pollensaison herrscht
Hyposensibilisierung: die Ursache behandeln
Antihistaminika und Sprays lindern die Beschwerden einer Saison, an der Allergie selbst ändern sie nichts. An der Ursache setzt die allergenspezifische Immuntherapie an, auch Hyposensibilisierung genannt: Über etwa drei bis fünf Jahre erhält das Immunsystem den Auslöser in sehr kleiner Dosis, damit es ihn besser toleriert. Für bestimmte Pollen von Bäumen, Unkräutern, Gräsern und Getreide gibt es Schmelztabletten, die täglich zu Hause unter die Zunge gelegt werden, wobei die erste Gabe unter ärztlicher Aufsicht erfolgt, und Spritzen unter die Haut, deren Dosis gesteigert und dann in monatlichen Abständen gegeben wird. Laut Gesundheitsportal wird diese Behandlung meist bei stärker ausgeprägten Beschwerden empfohlen.
Ganz allgemein rät das Gesundheitsportal, eine Pollenallergie möglichst früh nach der Diagnose zu behandeln, auch um Folgeerkrankungen wie einem allergischen Asthma vorzubeugen. Die Hyposensibilisierung planen auf Allergien spezialisierte fachärztliche Ordinationen, Allergieambulatorien und Allergieambulanzen in Spitälern.
Wann Sie in eine Ordination sollten
Ein Notfall ist eine schwere allergische Reaktion mit Atemnot, einer Schwellung von Zunge oder Rachen oder Kreislaufproblemen: Wählen Sie dann den Notruf 144. Hat keine Ordination offen, helfen die telefonische Gesundheitsberatung 1450 und der Ärztefunkdienst 141 weiter. Für Diagnose und Behandlung nennt das Gesundheitsportal auf Allergien spezialisierte fachärztliche Ordinationen sowie Allergieambulatorien und Allergieambulanzen in Spitälern. Ein Allergietagebuch, in dem Sie Beschwerden und Zeitpunkte festhalten, erleichtert dort die Zuordnung. Eine ärztliche Untersuchung ist außerdem sinnvoll, wenn:
Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Für Ihren konkreten Fall bleibt die ärztliche Einschätzung maßgeblich, nicht dieser Beitrag.
- allergische Beschwerden zum ersten Mal auftreten; die Diagnose stützt sich auf die Krankengeschichte, einen Prick-Test auf der Haut und bei Bedarf einen Bluttest auf spezifische IgE-Antikörper
- Husten, pfeifende Atmung oder Atemnot dazukommen, denn aus einem allergischen Schnupfen kann sich ein allergisches Asthma entwickeln
- die Beschwerden trotz Behandlung stark bleiben oder sich eine Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt
- Sie schwanger sind oder stillen und ein Präparat beginnen möchten
- ein Kind betroffen ist; dann ist die kinderärztliche Ordination der richtige Ort
Was hilft gegen Heuschnupfen?
Als erste Wahl nennt das Gesundheitsportal moderne Antihistaminika und Kortison-Nasensprays, dazu Maßnahmen, die den Kontakt mit Pollen verringern. Viele Antihistaminika sind rezeptfrei, Kortison-Nasensprays sind in Österreich rezeptpflichtig. An der Ursache setzt eine Hyposensibilisierung an.
Welche Antihistaminika gibt es rezeptfrei?
In der Apotheke ohne Rezept erhältlich sind unter anderem Präparate mit Cetirizin, Levocetirizin, Loratadin wie Clarityn, Desloratadin, Bilastin wie Olisir und Fexofenadin wie Allegra. Ob ein Präparat rezeptfrei ist, hängt vom einzelnen Präparat ab: Zyrtec, Xyzall oder Aerius brauchen zum Beispiel ein Rezept.
Wann beginnt die Pollensaison in Österreich?
Die ersten Pollen von Erle und Hasel fliegen laut Gesundheitsportal von Jänner bis März, je nach Wetter auch früher. Es folgen Esche und Birke im April, Gräser von Mai bis Ende Juli sowie Beifuß und Ragweed von August bis Oktober.
Kann aus Heuschnupfen Asthma werden?
Das ist möglich. Laut Gesundheitsportal kann sich aus einem allergischen Schnupfen nach einiger Zeit ein allergisches Asthma entwickeln; eine frühe Behandlung nach der Diagnose soll dem vorbeugen. Husten, pfeifende Atmung oder Atemnot in der Pollenzeit gehören deshalb ärztlich abgeklärt.
Gibt es Kortison-Nasenspray ohne Rezept?
In Österreich nicht: Alle im Arzneispezialitätenregister geführten Kortison-Nasensprays sind rezeptpflichtig. Ohne Rezept gibt es je nach Präparat Nasensprays mit Azelastin, Levocabastin oder Cromoglicinsäure, etwa Allergospray, Livostin oder Allergocrom.
Wie lange dauert eine Hyposensibilisierung?
Laut Gesundheitsportal etwa drei bis fünf Jahre. Sie erfolgt entweder täglich mit Schmelztabletten unter der Zunge oder mit Spritzen unter die Haut, die nach einer Steigerungsphase monatlich gegeben werden.
Darf man bei Heuschnupfen Alkohol trinken?
Das Gesundheitsportal zählt den Verzicht auf Alkohol zu den Maßnahmen gegen die Beschwerden: Alkohol erweitert die Gefäße und macht die Nasenschleimhaut durchlässiger, sodass Allergieauslöser leichter in den Körper gelangen. Laut Fachinformation eines Cetirizin-Präparats kann Alkohol bei empfindlichen Menschen zusammen mit dem Antihistaminikum außerdem die Aufmerksamkeit zusätzlich verringern.
- Gesundheitsportal Österreich: Pollenallergie (Belastungswellen in Österreich, Symptome, Diagnose, Medikamente, Hyposensibilisierung, Ansprechstellen)
- BASG/AGES Arzneispezialitätenregister: Rezeptpflichtstatus der genannten Antihistaminika, Nasensprays und Augentropfen
- Fachinformation Cetirizin Genericon 10 mg Filmtabletten, rezeptfrei (BASG, Abschnitte 4.2, 4.5 und 4.7)
- Fachinformation Nasonex aquosum Nasenspray, Mometason (BASG, Abschnitte 4.1 und 4.2)
- Produktinformation Aerius, Desloratadin (EMA, EPAR, Abschnitt 4.2: intermittierende und persistierende allergische Rhinitis)