Ovestin: Estriol bei Scheidentrockenheit nach der Menopause
Ovestin enthält das Hormon Estriol und wird nach der Menopause vor allem bei Scheidentrockenheit eingesetzt, wenn die Scheidenschleimhaut durch den Östrogenmangel dünner geworden ist. Für die Ovestin Creme ist im österreichischen Arzneispezialitätenregister die Einstellung des Inverkehrbringens gemeldet, für Ovula und Tabletten nicht. Diese Seite erklärt Anwendung, Wirkung, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen laut Fachinformation.
Wofür Ovestin angewendet wird
Im Laufe der Wechseljahre wird die Scheidenschleimhaut durch den Östrogenmangel dünner, trockener und weniger elastisch. Laut Gesundheitsportal steigt dadurch bei manchen Frauen die Infektionsgefahr in diesem Bereich, und es können Juckreiz oder Schmerzen entstehen, unter anderem beim Geschlechtsverkehr.
Ovestin enthält Estriol, ein natürliches weibliches Östrogen, das laut Fachinformation im Gegensatz zu anderen Östrogenen nur kurz wirkt. In der Scheide angewendet, normalisiert es bei einer Rückbildung der Schleimhaut das Gewebe und trägt dazu bei, die normale Scheidenflora und den natürlichen pH-Wert wiederherzustellen.
Die Ovula sind laut Fachinformation zur Behandlung von Beschwerden durch eine östrogenmangelbedingte Rückbildung der Scheidenschleimhaut bei Frauen nach der Menopause zugelassen, außerdem zur Vor- und Nachbehandlung bei Operationen an der Scheide und als diagnostisches Hilfsmittel bei einem unklaren, durch Atrophie veränderten Zellabstrich vom Gebärmutterhals. Die Tabletten dienen der Hormonersatztherapie bei Östrogenmangelbeschwerden nach der Menopause. Für Frauen über 65 Jahren ist die Datenlage laut Fachinformation begrenzt.
Ovestin Creme: Vertrieb eingestellt, Ovula und Tabletten bleiben
Viele suchen nach der Ovestin Creme. Für dieses Präparat ist im Arzneispezialitätenregister von BASG und AGES die Einstellung des Inverkehrbringens gemeldet, es wird in Österreich also nicht mehr vertrieben. Die Creme enthielt 1 mg Estriol pro Gramm, eine Applikatorfüllung von 0,5 g entsprach 0,5 mg Estriol. Wer noch eine Tube hat, richtet sich nach der beiliegenden Gebrauchsinformation und dem Ablaufdatum.
Weiterhin eingetragen und rezeptpflichtig sind Ovestin Ovula mit 0,5 mg Estriol, also derselben Menge pro Anwendung, und Ovestin 1 mg Tabletten zum Einnehmen. Daneben gibt es weitere Präparate mit Estriol zur Anwendung in der Scheide, mit anderer Zusammensetzung und Dosierung. Ein Wechsel ist deshalb kein einfacher Austausch, sondern eine ärztliche Entscheidung.
| Präparat | Darreichungsform | Status im Arzneispezialitätenregister |
|---|---|---|
| Ovestin Ovula | Vaginalzäpfchen mit 0,5 mg Estriol | rezeptpflichtig |
| Ovestin 1 mg Tabletten | Tabletten zum Einnehmen | rezeptpflichtig |
| Ovestin Creme | Vaginalcreme mit 1 mg Estriol pro Gramm | rezeptpflichtig, Einstellung des Inverkehrbringens gemeldet |
| Blissel | Vaginalgel mit 50 Mikrogramm Estriol pro Gramm | rezeptpflichtig |
| Estrokad | Vaginalzäpfchen mit 0,03 mg Estriol | rezeptpflichtig |
| Gynoflor | Vaginaltabletten mit Estriol und Milchsäurebakterien | rezeptpflichtig |
Anwendung der Ovula
Bei Beschwerden durch die Rückbildung der Scheidenschleimhaut wird laut Fachinformation in den ersten Wochen, höchstens vier Wochen lang, einmal täglich ein Ovulum mit 0,5 mg Estriol in die Scheide eingeführt, am besten vor dem Schlafengehen. Danach wird die Anwendung je nach Besserung schrittweise reduziert, bis eine Erhaltungsdosis erreicht ist, zum Beispiel zweimal pro Woche ein Ovulum. Die tägliche Dosis von 0,5 mg soll nicht überschritten und nicht länger als vier Wochen angewendet werden, damit die Gebärmutterschleimhaut nicht stimuliert wird.
Vergessen Sie eine Anwendung, holen Sie sie nach, sobald es Ihnen auffällt, außer es ist bereits der Tag der nächsten Anwendung; dann lassen Sie sie aus. Zwei Ovula am selben Tag dürfen laut Fachinformation nie angewendet werden. Grundsätzlich gilt laut Fachinformation, die niedrigste wirksame Dosis so kurz wie möglich anzuwenden.
Frauen, die bisher keine Hormone nehmen oder von einer kontinuierlich kombinierten Hormonersatztherapie umsteigen, können jederzeit beginnen; nach einer zyklischen Therapie wird eine Woche nach dem Ende des Zyklus begonnen. Bei einer Infektion der Scheide empfiehlt die Fachinformation eine begleitende gezielte Behandlung; mehr dazu im Ratgeber Scheidenpilz.
Wirkung: was Estriol in der Scheide bewirkt
Laut Gesundheitsportal kann sich die dünner und trockener gewordene Scheidenschleimhaut durch östrogenhaltige Mittel wieder aufbauen, und das kann zum Beispiel vor Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und vor Infektionen schützen. In den klinischen Studien, die die Fachinformation zusammenfasst, trat eine Linderung der Beschwerden in den ersten Behandlungswochen ein; Blutungen aus der Scheide nach der Behandlung waren sehr selten.
Bei einer ausschließlich lokalen Behandlung kann laut Gesundheitsportal normalerweise auf ein Gelbkörperhormon verzichtet werden. Die Fachinformation der Ovula begründet das: Bei zweimaliger Anwendung pro Woche bleibt die Estriol-Menge im Blut in der Nähe des normalen Bereichs nach der Menopause, ein Gestagen zusätzlich zu geben wird nicht empfohlen. Wiederkehrende Blasenentzündungen sind ein eigenes Thema, das der Ratgeber Blasenentzündung behandelt.
Nebenwirkungen
Die Fachinformation der Ovula nennt Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe: Reizung und Juckreiz an der Anwendungsstelle, Brustspannen und Brustschmerzen, Schmierblutungen, vermehrten Ausfluss, Blutungen aus der Gebärmutter, Übelkeit und andere Magen-Darm-Beschwerden, Wassereinlagerungen mit vorübergehender Gewichtszunahme, Kopfschmerzen und Migräne, einen Anstieg des Blutdrucks, Beinkrämpfe oder schwere Beine sowie grippeähnliche Beschwerden. Diese Wirkungen sind üblicherweise vorübergehend, können aber auf eine zu hohe Dosierung hinweisen.
Jede Blutung oder Schmierblutung während der Behandlung soll laut Fachinformation abgeklärt werden, unter Umständen mit einer Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut. Suchen Sie bei schmerzhafter Schwellung eines Beins, plötzlichen Schmerzen im Brustkorb oder Atemnot ohne Aufschub ärztliche Hilfe, im Notfall über den Notruf 144; das können Zeichen einer Thrombose oder Lungenembolie sein.
Gegenanzeigen und Gründe für einen Abbruch
Ovestin darf laut Fachinformation nicht angewendet werden bei:
- bestehendem oder früherem Brustkrebs oder dem Verdacht darauf
- bekannten oder vermuteten östrogenabhängigen bösartigen Tumoren, etwa Krebs der Gebärmutterschleimhaut
- Blutungen aus der Scheide, deren Ursache nicht geklärt ist
- einer unbehandelten Verdickung der Gebärmutterschleimhaut
- früheren oder bestehenden Thrombosen oder Lungenembolien sowie bekannten Gerinnungsstörungen mit erhöhter Thromboseneigung
- aktiven oder kürzlich aufgetretenen arteriellen Gefäßverschlüssen, etwa Angina pectoris oder Herzinfarkt
- akuten oder früheren Lebererkrankungen, solange die Leberwerte nicht normal sind
- Porphyrie sowie Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile
Kontrollen, Dauer und Abbruch der Behandlung
Vor Beginn oder Wiederaufnahme einer Hormonbehandlung sieht die Fachinformation eine vollständige persönliche und familiäre Anamnese und eine körperliche Untersuchung einschließlich Unterleib und Brust vor, während der Behandlung regelmäßige Kontrollen. Mindestens einmal im Jahr werden Nutzen und Risiko neu abgewogen, und die Behandlung wird nur fortgesetzt, solange der Nutzen überwiegt. Wie sicher eine Anwendung über mehr als ein Jahr für die Gebärmutterschleimhaut ist, ist laut Fachinformation nicht bekannt.
Besonders überwacht werden sollen unter anderem Frauen mit Myomen oder Endometriose, Risikofaktoren für Thrombosen, Brustkrebs bei nahen Verwandten, Bluthochdruck, Lebererkrankungen, Diabetes, Gallensteinen, Migräne, Lupus, Epilepsie, Asthma oder Otosklerose. Abgebrochen wird die Behandlung bei einer Gelbsucht oder einer Verschlechterung der Leberfunktion, einem deutlichen Blutdruckanstieg, erstmals auftretenden migräneartigen Kopfschmerzen und einer Schwangerschaft. Ovestin ist kein Verhütungsmittel.
Ovestin Tabletten: Hormonersatz zum Einnehmen
Die Tabletten wirken nicht nur in der Scheide, sondern im ganzen Körper. Bei Östrogenmangelbeschwerden, die nicht den Genitalbereich betreffen, sieht die Fachinformation in der ersten Woche täglich 3 mg Estriol vor, in der zweiten 2 mg und ab der dritten Woche 1 mg; bei Beschwerden durch die Rückbildung der Schleimhaut im Genitalbereich täglich 1 mg. Nach jeweils vier Wochen wird entschieden, ob ohne Unterbrechung weiterbehandelt oder eine Woche pausiert wird.
Anders als bei den Ovula muss die Behandlung mit Tabletten bei Frauen mit Gebärmutter oder früher festgestellter Endometriose laut Fachinformation mit einem dafür zugelassenen Gestagen kombiniert werden, das in den letzten 12 bis 14 Tagen jedes Kalendermonats eingenommen wird. Ob eine solche Hormonersatztherapie infrage kommt, entscheidet der Arzt im Einzelfall nach Anamnese und Untersuchung.
Rezept online anfragen
Alle Präparate mit Estriol sind in Österreich rezeptpflichtig. Weil die Fachinformation vor Beginn eine Anamnese und eine körperliche Untersuchung einschließlich Unterleib und Brust vorsieht, entscheidet der Arzt bei einem Erstbeginn im Einzelfall, ob zuerst eine Untersuchung in einer gynäkologischen Ordination nötig ist. Haben Sie Ovestin Ovula bereits verordnet bekommen und vertragen sie, können Sie über die Seite Rezept online eine Beurteilung für die Fortführung anfragen. Die Ovestin Creme wird nicht mehr vertrieben; haben Sie bisher die Creme verwendet, geben Sie das im Fragebogen an, und ob eine Umstellung infrage kommt, entscheidet der Arzt. Im Fragebogen geben Sie die bisherige Anwendung, den letzten frauenärztlichen Befund, Vorerkrankungen wie Brustkrebs, Thrombosen oder Lebererkrankungen und alle Arzneimittel an. Jede Blutung nach der Menopause gehört zuerst abgeklärt.
Die Angaben beurteilt lek. Damian Wojno (Approbation Nr. 3211301), schriftlich und ohne Video, Telefonat oder Live-Chat; eine Bearbeitungsdauer sagen wir nicht zu, und ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Ihr Honorar gilt der ärztlichen Durchsicht Ihrer Angaben, ein Rezept ist damit nicht gekauft. Lehnt der Arzt aus medizinischen oder rechtlichen Gründen ab, erstatten wir das Honorar; für angeforderte Unterlagen haben Sie mindestens 7 Tage Zeit und erhalten eine Erinnerung, die Frist kann auf Wunsch verlängert werden, und lässt sich die Beurteilung dennoch nicht abschließen, wird die Anfrage geschlossen und das Honorar vollständig erstattet.
Hält der Arzt die Verordnung für vertretbar, bekommen Sie ein Privatrezept als PDF zugeschickt. Ob eine Apotheke es einlöst, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker im Einzelfall; die erste Abgabe muss nach § 4 Abs. 1 Rezeptpflichtgesetz spätestens einen Monat nach dem Ausstellungsdatum erfolgen. Das Arzneimittel bezahlen Sie selbst, und wir versenden keine Arzneimittel.
Gibt es Ovestin Creme noch?
Für die Ovestin Creme ist im Arzneispezialitätenregister die Einstellung des Inverkehrbringens gemeldet; sie wird in Österreich nicht mehr vertrieben. Für Ovestin Ovula mit derselben Menge von 0,5 mg Estriol pro Anwendung und für Ovestin 1 mg Tabletten ist keine solche Meldung eingetragen. Welche Alternative passt, entscheidet der Arzt.
Ist Ovestin rezeptfrei?
Nein. Alle Ovestin-Präparate und die anderen Präparate mit Estriol sind in Österreich rezeptpflichtig. Vor dem Beginn einer Hormonbehandlung sieht die Fachinformation eine Anamnese und eine körperliche Untersuchung vor.
Wie lange darf man Ovestin Ovula anwenden?
Täglich höchstens vier Wochen lang, danach in einer niedrigeren Erhaltungsdosis, zum Beispiel zweimal pro Woche. Mindestens einmal im Jahr werden Nutzen und Risiko neu abgewogen; wie sicher eine Anwendung über mehr als ein Jahr für die Gebärmutterschleimhaut ist, ist laut Fachinformation nicht bekannt.
Wann wirkt Ovestin?
In den klinischen Studien, die die Fachinformation zusammenfasst, trat eine Linderung der Beschwerden in den ersten Behandlungswochen ein. Bessern sich die Beschwerden nicht oder kommt es zu Blutungen, gehört das frauenärztlich abgeklärt.
Muss man bei Ovestin zusätzlich ein Gestagen nehmen?
Bei den Ovula nicht: Laut Fachinformation wird es nicht empfohlen, ein Gestagen hinzuzufügen. Bei den Tabletten zum Einnehmen ist es dagegen bei Frauen mit Gebärmutter oder früherer Endometriose vorgeschrieben.
Darf man Ovestin nach Brustkrebs anwenden?
Nein. Bestehender oder früherer Brustkrebs und der Verdacht darauf sind laut Fachinformation Gegenanzeigen, ebenso andere östrogenabhängige Tumoren. Bei Beschwerden nach einer Brustkrebsbehandlung ist die onkologische oder frauenärztliche Betreuung der richtige Ansprechpartner.
- Fachinformation Ovestin Ovula (BASG, Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1)
- Fachinformation Ovestin 1 mg Tabletten (BASG, Abschnitte 4.1 und 4.2)
- Fachinformation Ovestin Creme (BASG, Abschnitte 4.1 und 4.2)
- Wechseljahre: Symptome und Diagnose (Gesundheitsportal gesundheit.gv.at)
- Wechseljahre: Therapie und lokale Hormonbehandlung (Gesundheitsportal gesundheit.gv.at)
- Arzneispezialitätenregister mit Zulassungs- und Vertriebsstatus (BASG und AGES)